Es war am Dienstag in einem Rettungsauto auf der A2, knapp vor der Abfahrt Pack. Manuela merkte, dass sie es nicht mehr bis zum Krankenhaus schaffen würde. Daher gab es nur eine Möglichkeit - sie musste ihr Kind im Auto zur Welt bringen. Dies ist normalerweise eine Herausforderung, doch die Schwangere meisterte die Geburt souverän. Es war nämlich nicht ihre erste. Die nun vierfache Mutter schenkte bereits zuvor einem Kind in einem Rettungswagen das Leben.
Dabei war die Schwangere in besten Händen. Ihr Ehemann Roman, Bezirksrettungskommandant der Rotkreuz-Bezirksstelle Voitsberg-Köflach, übernahm die Rolle des Notfallsanitäters und der Hebamme. So erblickte schlussendlich der kleine Jannik, mit einem Gewicht von 3180 Gramm und einer Größe von 53 Zentimetern, mitten auf der Südautobahn das Licht der Welt.
Rotes Kreuz ist Familiensache
Nicht nur der Vater ist beim Roten Kreuz tätig, auch seine Tochter Sarah engagiert sich bei der Jugendrotkreuz-Gruppe im Bezirk Voitsberg. Und auch sein neugeborener Sohn Jannik durfte durch die Geburt im Rettungsauto bereits erste Rot-Kreuz-Luft schnuppern.
Auch für die begleitenden Rettungskräfte aus Wolfsberg, Raphael Krainbucher, Lukas Nikolowsky, Jonathan Müller sowie Notfallsanitäter Stefan Drescher und Notärztin Gertrude Rieger, wird der Tag noch lange in Erinnerung bleiben. Sie standen der Familie professionell zur Seite und transportierten Mutter und Kind nach der Geburt wohlbehalten ins LKH Wolfsberg. Jonathan Müller steht momentan dem Roten Kreuz als Zivildiener zur Seite und hatte am Tag der Geburt seinen ersten Praktikumstag. „Es ist ein Moment, den ich nie vergessen werde“, sagt der Zivildiener.
„Es ist beeindruckend, wie ruhig und sicher alle Beteiligten diese Situation gemeistert haben“, lobt Martin Pirz, Präsident des Roten Kreuzes Kärnten. „Ein solches Ereignis zeigt nicht nur die Menschlichkeit und Professionalität unserer Kolleginnen und Kollegen, sondern erinnert uns auch an die schönen Momente im Rettungsdienst.“
Die Familie ist natürlich wohlauf. Den Tag, an dem bereits ihr zweites Kind in einem Rettungsauto geboren wurde, werden sie bestimmt noch lange in Erinnerung haben.