"Königin war auf ihn angewiesen" So schreibt die britische Presse über den Tod von Prinz Philip

Nachrufe zeigen Wertschätzung für den verstorbenen Gemahl der Königin, der laut britischer Medien mehr als nur ein Begleiter war.

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© AFP
 

Britische Pressekommentare befassen sich am Samstag mit dem Tod von Prinz Philip.

"The Guardian":

"Die unbestreitbare zentrale Tatsache seines Lebens bestand darin, dass die Königin auf ihn angewiesen war. Die Ehe mit ihm war von grundlegender Bedeutung für ihre Regentschaft, auch wenn ihre Familie viele Unglücksmomente erlebte - und heute noch erlebt. Beider Ethos im Dienst der Öffentlichkeit war nicht durch eine historische oder gesetzliche Vorgabe für ihr Verhalten begründet. Es beruhte pragmatisch auf einem kollektiven Instinkt der Selbsterhaltung und einem prinzipiellen Sinn für Anstand.

Die Tatsache, dass die Königin seit mehr als 69 Jahren regiert und Philip fast immer an ihrer Seite war, bedeutet, dass er zum Erfolg des modernen Hauses Windsor beigetragen hat, aber auch mitschuldig an dessen Traumata war. Sein Tod läutet das Ende einer bemerkenswerten Periode in der Geschichte der Monarchie ein."

Britische Royals: Stationen eines Lebens

"Mit tiefer Trauer verkündet Ihre Majestät, die Königin, den Tod ihres geliebten Mannes, seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Philip, Herzog von Edinburgh. Seine Königliche Hoheit ist heute Morgen friedlich in Windsor Castle verstorben."

(c) AFP (STEVE PARSONS)

Prinz Philip, Ehemann von Königin Elizabeth, ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte der Buckingham Palace am Freitag mit.

(c) AFP (JUSTIN TALLIS)

Weitere Ankündigungen würden zu gegebener Zeit erfolgen, hieß es in einem veröffentlichten Statement.

(c) AFP (ADRIAN DENNIS)

"Die königliche Familie trauert gemeinsam mit Menschen auf der ganzen Welt um seinen Verlust", so der Buckingham Palace.

(c) AFP (ALASTAIR GRANT)

Philip war vor einigen Wochen in einer Spezialklinik am Herzen operiert worden und hatte mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht.

(c) AFP (ANDREW MILLIGAN)

Mitte März entließ man ihn nach Hause, wo er nun im Alter von 99 Jahren starb. Im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

(c) AFP (JANE BARLOW)

Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elizabeth verheiratet. 

(c) AFP (JUSTIN TALLIS)

Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der Queen.

(c) AFP (STEVE PARSONS)

Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast.

AP

Erst im Alter von 96 Jahren ging der fleißige Royal in den Ruhestand.

(c) AFP (ADRIAN DENNIS)

Der vierfache Vater war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte.

(c) AFP (GARETH FULLER)

Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

AP

Zuletzt wurde Prinz Philip kaum noch in der Öffentlichkeit gesehen.

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Große Teile der Pandemie verbrachte er gemeinsam mit der Queen auf Schloss Windsor in der Nähe von London - abgeschottet durch einen stark reduzierten Kreis an Hofpersonal.

(c) AFP (ADRIAN DENNIS)

Selten hatte das Paar im hohen Alter ähnlich viel Zeit gemeinsam verbracht.

 

(c) AFP (BEN STANSALL)

Der Prinzgemahl litt in den vergangenen Jahren immer wieder unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk.

(c) AFP (HANNAH MCKAY)

Der letzte Krankenhausaufenthalt samt Operation am Herzen war sein längster Krankenhausaufenthalt.

 

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"The Telegraph" (London):

"Es liegt in der Natur der Rolle eines Königlichen Gemahls, immer eine Stütze für die Königin zu sein. Manchmal scherzte Philip mit der für ihn typischen Selbstironie, dass er der erfahrenste Plakettenenthüller der Welt sei. Sicherlich ist sein Name auf Tausenden Gedenktafeln im ganzen Land eingraviert und stellt ein einzigartiges Vermächtnis dar, das von allen geschätzt wird, die im Laufe der Jahre an den verschiedenen Zeremonien teilgenommen haben.

Allerdings war er nie bloß ein Gehilfe der Königin. Der Herzog war jemand, der durch seine Unterstützung für die Krone selbst einen bleibenden Beitrag zur Institution der Monarchie und zur Nation leistete."

Die verbalen Ausrutscher: Die verbalen Ausrutscher

"Die Philippinen müssen halb leer sein - ihr seid alle hier in unseren Krankenhäusern." (Im Februar 2013 laut BBC beim Besuch in einem Londoner Krankenhaus zu einer Krankenschwester von den Philippinen)

AFP

 "Bewerft ihr euch immer noch gegenseitig mit Speeren?" (Frage von Prinz Philip an einen Ureinwohner bei einer Australien-Reise nach einem Bericht der Londoner Abendzeitung "Evening Standard" vom 1. März 2002)

AFP

"Wie schaffen Sie es, die Einheimischen lange genug vom Alkohol fernzuhalten, damit sie die Prüfung schaffen?" (Soll er 1995 einen Fahrlehrer in Schottland laut BBC gefragt haben)

AFP

"Wenn ihr noch länger hier bleibt, bekommt ihr Schlitzaugen." (1986 bei einem China-Besuch laut BBC zu britischen Studenten in Peking)

 

AFP

"Willkommen, Herr Reichskanzler." (1997 zum damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl)

AFP

"Taub? Wenn ihr da so nahe dran seid, kein Wunder, dass ihr taub seid." (Im Mai 1999 laut BBC zu taubstummen Jugendlichen bei einem Festival in Cardiff mit Hinweis auf die laute Band)

AFP

"Die wichtigste Erfahrung, die wir gemacht haben, ist die, dass Toleranz der entscheidende Bestandteil jeder glücklichen Ehe ist (...) Sie können mir glauben: Die Queen verfügt über Toleranz im Überfluss." (Prinz Philip nach 50 Ehejahren mit Elizabeth, November 1997)

AFP

"Prinz Philip ist, glaube ich, bekannt dafür, keine Komplimente anzunehmen. Aber durch all die Zeit war er eine konstante Kraftquelle und ein Ratgeber." (Die Queen in ihrer Rede zum 60. Thronjubiläum, März 2012)

AFP

"Ich bin noch nie zuvor von einem Herzog von Edinburgh gefahren worden. Es war eine sehr sanfte Fahrt." (US-Präsident Barack Obama am 22. April 2016 beim Besuch in London. Prinz Philip hatte den Wagen gesteuert, der ihn mit Queen Elizabeth II. und dem Ehepaar Obama die wenigen Meter vom Hubschrauber nach Schloss Windsor brachte.)

(c) APA/EPA/ROBERT PERRY (ROBERT PERRY)
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"The Times" (London):

"Von seinen frühen Schultagen in Nazi-Deutschland über seine Kriegseinsätze als junger Offizier in der Royal Navy bis hin zu den Herausforderungen des Atomzeitalters und des Klimawandels durchlebte Prinz Philip die Turbulenzen des 20. Jahrhunderts.

Ebenso wie die Queen war er ein Symbol der Kontinuität, angefangen von Zeiten der größten Gefahr für Großbritannien bis hin zur Gegenwart. Er war der am längsten lebende und erfolgreichste Königliche Gemahl in der britischen Geschichte. Fast ein dreiviertel Jahrhundert lang ruhten auf ihm die Stabilität, die Akzeptanz in der Bevölkerung und der gesunde Menschenverstand des Hauses Windsor-Mountbatten. Er wird von der ganzen Nation betrauert und vermisst werden."

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