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Teile fielen vom HimmelTriebwerksausfall: US-Aufsicht nimmt Boeing 777 unter die Lupe

United Airlines will 24 Maschinen freiwillig aus Betrieb nehmen. Japanisches Verkehrsministerium ordnete Flugverbot für Flugzeuge mit betroffenen Triebwerken an. Eine Boeing verlor auch Metallstücke bei Maastricht.

© APA/AFP (Getty)
 

Nach dem Triebwerksausfall einer Boeing 777 unweit von Denver im Bundesstaat Colorado hat die US-Luftfahrtbehörde FAA Konsequenzen angekündigt. Maschinen dieses Typs, die mit bestimmten Triebwerken von Pratt & Whitney ausgestattet seien, sollten verstärkt und sofort überprüft werden, teilte FAA-Chef Steve Dickson am Sonntag (Ortszeit) mit und kündigte eine entsprechende Notfall-Richtlinie an.

"Dies wird wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden müssen", so Dickson. Die Inspektionsintervalle sollten erhöht werden.

Unterdessen ordnete das japanische Verkehrsministerium vorsorglich ein Flugverbot für mit den betroffenen Triebwerken ausgestattete Flugzeuge im eigenen Land an. Betroffen davon sind 13 Flugzeuge der Fluglinie Japan Airlines (JAL) sowie 19 Maschinen der Linie All Nippon Aiwars (ANA), wie das Ministerium in Tokio bekannt gab.

Zwischenfall in US-Luftraum: Boeing-Teile krachen in Wohngebiete

Teile eines Flugzeugs sind unweit der US-Stadt Denver im Bundesstaat Colorado in mehrere Wohngebiete gestürzt. Ein ähnlicher Zwischenfall ereignete sich zuvor in den Niederlanden. 

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Das rechte Triebwerk des Flugzeugs war offenbar kurz nach dem Start in Denver ausgefallen. Die Boeing 777 von United Airlines sei auf dem Weg nach Honolulu gewesen. An Bord waren 241 Menschen.

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Was zu dem Triebwerksausfall geführt hat, war zunächst unklar. Ein großes Trümmerteil stürzte in den Vorgarten eines Hauses, andere Flugzeugteile landeten auf einem Sportplatz.

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Die Menschen seien vor allem durch den Lärm aufgeschreckt worden.

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Ähnliche Berichte gab es am selben Tag aus den Niederlanden. Dort waren nach Angaben der Polizei in Maastricht zwei Menschen durch herabstürzende Flugzeugteile verletzt worden.

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Nach Angaben der Polizei in Maastricht brach ein Brand in einem der vier Motoren der Maschine aus. Die Behörden untersuchen den Vorfall.

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Es gab vorerst keine Hinweise darauf, dass die Ereignisse in den Niederlanden und den USA zusammenhingen.

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Am Samstag waren infolge des Triebwerkausfalls große Flugzeugteile unweit von Denver als Trümmer in Wohngebiete gestürzt. Die Boeing 777 von United Airlines (UA) landete dennoch sicher am Internationalen Flughafen in Denver. Es gab keine Berichte über Verletzte - weder an Bord noch am Boden. Die Maschine war auf dem Weg von Denver in die Hauptstadt von Hawaii, Honolulu. Nach FAA-Angaben war das rechte Triebwerk der Maschine kurz nach dem Start ausgefallen.

Ähnliche Berichte gab es am selben Tag aus den Niederlanden. Dort waren nach Angaben der Polizei in Maastricht zwei Menschen durch herabstürzende Flugzeugteile verletzt worden. Eine ältere Frau wurde am Kopf getroffen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Auch ein Kind wurde den Angaben zufolge leicht verletzt und erlitt Brandwunden, als es Trümmerstücke vom Boden aufheben wollte.

Nach Angaben der Polizei in Maastricht brach ein Brand in einem der vier Motoren der Maschine aus. Die Behörden untersuchen den Vorfall. Das Flugzeug sei später im belgischen Lüttich gelandet. Es war eigentlich unterwegs von Maastricht Aachen Airport nach New York. Es gab keine Hinweise darauf, dass die Ereignisse in den Niederlanden und den USA zusammenhingen.

Vorsichtsmaßnahme

United Airlines teilte mit, freiwillig als sofortige Vorsichtsmaßnahme 24 Boeing 777-Flugzeuge mit Triebwerken der Serie 4000 von Pratt & Whitney aus dem Flugplan herauszunehmen. Es solle sichergestellt werden, dass diese Flugzeuge die strengen Sicherheitsstandards erfüllten und wieder in Betrieb genommen werden könnten. Derzeit habe man 52 dieser Flugzeuge in der Flotte - 24 aktiv und 28 im Lager.

Kommentare (11)
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Shiba1
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Triebwerksaufhängungen und Triebswerkgondeln müssten einen "Engine Failure" aushalten

betont der Experte. Er sieht daher im Augenblick eher den Turbinenhersteller Pratt & Whitney in der Bredouille.
Was für ein Experte ist das???
Die Triebwerksaufhängungen und die Triebwerksgondeln haben das eh ausgehalten.
Worum es sich hier offensichtlich gehandelt hat, ist ein sogenannter "uncontained Engine failure". Bei so einem Geschehen fliegen immer irgendwelche Trümmer weg.
Grundsätzlich ist für den korrekten Einbau der Triebwerke und der zugehörigen Aggregate (z.B. Hydraulikpumpen etc.) sowie auch der Abdeckungen und Einlaufschächte der Flugzeughersteller verantwortlich - in diesem Fall natürlich Boeing und nicht P&W! Insbesondere der größte Teil - der Einlaufring, welcher in einem Garten gelandet ist - aber auch die anderen Blechteile, sind Sache des Flugzeugherstellers und nicht des Triebwerkherstellers.
Was verwundert ist, dass das Triebwerk munter weitergebrannt hat, wie man auf den Filmen von Passagieren sehen kann. Hier fragt sich, warum die Treibstoffzufuhr nicht unterbunden werden konnte. Das ist in der Regel einer der ersten Punkte in der Checkliste für einen Triebwerksausfall - gefolgt von der Betätigung der Feuerlöschbehälter (in der Regel zwei pro Triebwerk)
Hier hat ziemlich sicher Boeing ein weiteres Problem zu lösen!

Kristianjarnig
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@Shiba1...

...Sie scheinen von "Fach" zu sein oder sich zumindest in der Materie auskennen.

Sei dem so dann wissen Sie ebenfalls das Piloten bei JEDEM Check(alle 6 Monate) die Verfahren für Engine Severe Damage/Fire/Loss of Engine(also wenn es das gesamte Triebwerk abreisst) ohne wenn und aber abspulen können MÜSSEN. Notfalls mitten in der Nacht, aus dem Tiefschlaf gerissen. So sollte es zumindest sein.

D.h. die Behörden aber auch der Hersteller sind sich bewußt das so etwas nun mal passieren kann. Nicht umsonst wird soviel Wert darauf gelegt das die Crew das problemlos erledigen kann(was ja auch hier der Fall war).

Gut - bei einer "engine severe damage"(also ein bisserl mehr als einem schnöden Triebwerksausfall) kann es dann natürlich auch dazu kommen das eventuelle "shut off valves"(Ventile die Treibstoff/Hydraulikflüssigkeit - beides brennt gerne) defekt sind oder bereits ganz fehlen(weil zerstört) - da kann man dann natürlich nur hoffen das die Feuerlöscher(normalerweise 2 Ladungen maximal) das Feuer löschen können, wenn aber trotzdem noch Kerosin oder andere Flüssigkeiten ins brennende/oder schlicht noch heiße - Triebwerk rinnen können wird es eben schwer.

In der Tat ist es z.b. bei einer 737 der 4.Punkt der abgehandelt wird(Engine Fire switch pull, confirm?), wird bei einer 777 nicht viel anders sein.

Shiba1
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Sie haben recht:

".....dass Piloten bei JEDEM Check(alle 6 Monate) die Verfahren für Engine Severe Damage/Fire/Loss of Engine(also wenn es das gesamte Triebwerk abreisst) ohne wenn und aber abspulen können MÜSSEN. Notfalls mitten in der Nacht, aus dem Tiefschlaf gerissen. So sollte es zumindest sein."
So sollte es sein, aus meiner langen Erfahrung weiß ich allerdings, dass es nicht so ist.
Überhaupt ist die Ausbildung und leider auch die Auswahl der Piloten mittlerweile derart heruntergefahren (besser müsste man sagen: heruntergekommen), dass man davon nicht ausgehen kann.
Ich habe auch schon mitbekommen (könnte prominente Beispiele nennen) , dass die von Ihnen erwähnten Checks manchmal nur am Papier für die Behörde gemacht werden, ohne dass sie wirklich stattgefunden haben.
Das ist alles u.a. der Kosteneinsparung geschuldet - leider!
Im gegenständlichen Fall haben die Piloten das Problem aber gut abgewickelt. Habe den Sprechverkehrsmitschnitt angehört und das ist tadellos gelaufen.
Habe heute auch schon gelesen, dass das NTSB in Richtung Materialermüdung untersucht. Da könnte dann ein Wartungsproblem dahinter stehen, wissen wird man das erst, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind.
Wundern tun mich nach wie vor die Aussagen des sogenannten Experten in der Meldung oben.
Hab ein wenig herumrecherchiert, was denn der für einen Background hat; bin nicht wirklich fündig geworden.

HaFi1276
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Boeing

Das Flugzeug das in Paris vor dem Concorde Absturz das Metallteil verloren hat war interessanterweise auch ein Flugzeug der Marke Boeing

pescador
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So lange noch...

....ein Triebwerk funktionsfähig ist, ist alles kein Problem. Spannend wird es, wenn beide Triebwerke ausfallen.

wollanig
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Das war kein "Ausfall"

wie bei einem normalen Gebrechen, sondern eine massive Explosion mit zerstörtem Triebwerk.

Shiba1
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Explosion wars nicht.

Ein paar Schaufeln sind davongeflogen

haenschen49
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In diesen Zeiten

hätte man genug Zeit Flugzeuge öfter zu überprüfen. Aber lieber stellt man sie ab und schickt die Mechaniker in vom Steuerzahler bezahlte Kurzarbeit. Moderne Ökonomie ;-)

Reipsi
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Flugverbot für die

betroffenen Airlines wäre wichtiger, Flugzeugservice Null 0 .

beneathome
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Endlich Regen

aber leider nicht aus den Wolken, sondern von desolaten Flugzeugflotten, die die Wartungsarbeiten etwas schleifen lassen. Ich kauf mir mal einen neuen Regenschirm. Als Nächstes kommen die ausrangierten Satelliten von Elon Musk auf uns herunter. Das werden gefährliche Zeiten. Am besten man beschafft sich ein gepanzertes Auto, wenn man außer Haus will. Covid, Flugzeug- und Satellitenregen, Terroristen, Korruption, Migrantenschwemme,.... Da soll man nicht von alten Zeiten träumen?

Kristianjarnig
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Zu Ihrem Kommentar fällt mir leider nur der sehr alte Comic "Astronautenscheisse"(bitte googeln^^)

ein. Da war man auch sehr paranoid und das Ende mag überraschen....

Satire ok, aber wenn man es ernst zu meinen anfängt wird es bedenklich.

Zu den "Flugzeugteilen". Naja, wenn es ein Triebwerk "zerreisst" dann verliert man Teile(oder die gesamte, so wie hier) der Treibwerksverkleidung.

Bei dem so dramatisch reduzierten Flugbetrieb ist es unwahrscheinlich das man da wirklich selbst was abkriegt.

Was die Wartung(bzw. das Fehlen derselben) angeht die manche hier ansprechen. Flugzeuge sind eben nicht gebaut dafür so lange rumzustehen(Dichtungen/Leitungen härten aus, Lager laufen trocken usw.) und dann häufen sich diverse Probleme die es so zuvor nie gab.

Da gab es Vogelnester die gefunden wurden(oder eben nicht), Insekten haben sich im Pitotsystem eingenistet und es gab dann Probleme mit der Fahrtanzeige und und und.

Man kann nicht immer alles pauschalisieren und einen eindeutigen Schuldingen finden. Die FAA kümmert sich ja drum(und seit dem MAX Desaster schauen die sicher ganz genau ;-) ).