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Explosion von BeirutPräsident schließt Rakete oder Bombe als Ursache nicht aus

Libanons Präsident erklärt im Fernsehen: Möglich, dass die Explosionen durch "Fahrlässigkeit oder durch äußere Einwirkung, mit einer Rakete oder einer Bombe", ausgelöst wurden.

© AFP
 

Wenige Tage nach der Explosionskatastrophe in Beirut hat Libanons Präsident Michel Aoun als Unglücksursache neben "Fahrlässigkeit" auch ein "Eingreifen von außen" ins Spiel gebracht. Forderungen nach einer internationalen Untersuchung wies er am Freitag aber zurück.

Aoun äußerte sich am Freitag erstmals zu möglichen Unglücksursachen: Es sei möglich, dass die Explosionen durch "Fahrlässigkeit oder durch äußere Einwirkung, mit einer Rakete oder einer Bombe", ausgelöst wurden, sagte er im Fernsehen.

Auf die Frage, ob er gegen eine internationale Untersuchung sei, antwortete Aoun mit "natürlich". Eine solche Untersuchung würde "die Wahrheit verwässern". Zuvor gab es bereits von mehreren Seiten Rufe nach einer internationalen Aufarbeitung der Katastrophe. So forderte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei einem Besuch am Donnerstag in Beirut eine "transparente" internationale Untersuchung.

Hisbollah bestreitet Zusammenhang

Die schiitische Hisbollah hat jede Verantwortung für die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut zurückgewiesen. Er erkläre entschieden, dass seine Organisation nichts im Hafen habe, sagte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah am Freitag in einer Fernsehansprache.

"Kein Waffenlager, keine Raketen, keine Gewehre, keine Bombe, keine Kugeln, kein Nitrat. Absolut nichts, weder jetzt, noch früher, noch in Zukunft." Er wies auch den Vorwurf zurück, die Hisbollah kontrolliere den Hafen.

Die Iran-treue Organisation hat im Libanon starken politischen Einfluss und bildet einen Staat im Staate. Kritiker halten ihr vor, sie kontrolliere einen großen Teil des Beiruter Hafens. Die Hisbollah gehört auch der derzeitigen libanesischen Regierung an.

Die gewaltige Explosion mit mehr als 150 Toten soll auf große Mengen des hochexplosiven Ammoniumnitrats zurückgehen, die nach Angaben der Regierung seit Jahren ohne Sicherheitsvorkehrungen im Hafen gelagert worden waren. Die Ermittlungen dauern aber noch an.

Die Sicherheitsbehörden waren bei ihren Ermittlungen zur Hisbollah auf eine Lagerung von Ammoniumnitrat in Deutschland aufmerksam geworden. Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz teilte mit, es sei im Rahmen der Bearbeitung der Hisbollah in der Vergangenheit eine Lagerung von sogenannten "Cold-Packs", die unter anderem Ammoniumnitrat enthielten, bekannt geworden. Es lägen keinerlei Erkenntnisse oder Anhaltspunkte vor, dass die hiesige Lagerung in einem Zusammenhang mit den Lagerungen im Hafen von Beirut stehe

Am Dienstagabend hatten zwei gewaltige Explosionen die libanesische Hauptstadt erschüttert. Nach jüngsten Angaben der Behörden wurden dabei mehr als 150 Menschen getötet und mehr als 5000 verletzt. Rund 300.000 Menschen wurden obdachlos. Dutzende Menschen werden weiterhin vermisst.

Kommentare (6)

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Plantago
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Schöner, klassischer Atompilz auf dem Video.

Hat dem Libanon jemand ein Ei gelegt?

ugglan
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Das

hätten sie vielleicht gerne gehabt um sich vor ihrer jahrelangen Schlamperei zu drücken - verkommen !

Analyst_009
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Wer drückt sich da denn noch vor der eigenen Schlamperei?

Ich erlaube mir dazu, ein Zitat von Antonia Gössinger wiederzugeben:
"Flüchtlingssituation: Im Libanon leben zwei Millionen Flüchtlinge. Österreich nimmt ein Dutzend Kinder nicht auf"

ordner5
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Tipp, Hilfestellung.

Nicht reden und analysieren, sondern handeln. Also nimm sie auf,

Alfa166
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Ja und was hilft es den 2 Mio Flüchtlingen, wenn Ö ein Dutzend Kinder aufnimmt?

Genau gar nix.

Lepus52
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Es hilft dem Duzend

Kindern! Das ist für jedes Kind unendlich viel und nicht gar nichts.