Diese gefährliche Aktion hätte beinahe fatal geendet: Zwei Radfahrer standen auf der deutschen Ostseeinsel Rügen mitten im Gleisbereich der Bahn und stellten auf den Schienen sogar ein E-Bike ab. Damit zwangen sie einen herannahenden Regionalexpress zu einer Gefahrenbremsung, der Lokführer konnte einen Unfall gerade noch verhindern. Der Bremsweg von Zügen ist um ein Vielfaches länger als etwa jener von Pkw. Der Vorfall ereignete sich vergangenen Donnerstag am Nachmittag im Nordosten der Insel zwischen den Ortschaften Sassnitz und Lietzow.
Nach dem Nothalt wandten sich die beiden leichtsinnigen Radfahrer - ein 58-jähriger Mann und eine 62-jährige Frau - direkt an den Lokführer. Sie fragten diesen allen Ernstes nach dem Weg, nachdem sie sich offenbar auf einer Radtour durch Rügen verirrt hatten. Der Bahnverkehr war knapp eine Stunde lang gesperrt.
Strafverfahren eingeleitet
Das Handeln der beiden Urlauber aus Niedersachsen war nicht nur lebensgefährlich, die Bundespolizei leitete ein Strafverfahren gegen die Radfahrer ein. Ein gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr wird in Deutschland mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bestraft, bei schweren Fällen drohen bis zu zehn Jahren Haft. Laut Polizei sei den Beschuldigten nicht bewusst gewesen, dass sie den Zugverkehr massiv gestört und ihre Leben riskiert hätten, berichtet „T-Online“.
Die deutsche Polizei warnte nach dem Vorfall, dass durch die Sogwirkung auch Personen wenige Meter neben dem Gleis schwer oder tödlich verletzt werden könnten. Züge fahren schnell und nähern sich oft leise. Daher sind ausschließlich offizielle Übergänge zu benutzen, der Gleisbereich ist für Unbefugte absolut tabu.