Die verheerenden Brände in Los Angeles sind auch einmal mehr Nährboden für Verschwörungserzählungen. Neben KI-generierten Bildern und Fake-Videos wie vom brennenden Hollywood-Schriftzug kursieren Spekulationen, wie es zu einer Katastrophe in diesem Ausmaß kommen konnte. Während über 15.000 Einsatzkräfte gegen die Flammen ankämpfen, laufen die polizeilichen Ermittlungen weiter.
Unter den mehr als 12.000 zerstörten Häusern in der Filmmetropole findet sich auch das Anwesen des US-Schauspielers und Produzenten Mel Gibson (69). Im Interview mit dem Trump-nahen Sender „Fox News“ überlegte der Action-Darsteller, ob die Brände nicht doch gelegt sein könnten. Für diese Behauptung liefert er jedoch keinerlei Beweise.
„Wahnsinnig, das zu denken“
Gibson schildert zuerst, dass er nur das nötigste Hab und Gut aus dem Haus retten konnte - „Dinge wie Reisepässe, ein paar Dokumente“, erzählte er „Fox News“. „Es hat ausgesehen wie Dresden, nachdem Bomber-Harris damit fertig war. Es war nichts übrig“, beschreibt der Direktor und Hauptdarsteller von „Braveheart“ die apokalyptischen Szenen in Los Angeles.
„Offensichtlich haben einige Menschen in ihrem Job geschlafen“, kritisierte Gibson die Verantwortlichen. Damit müsse die Gemeinschaft leben. Doch Gibson sei sich auch nicht sicher, ob das alles Zufall gewesen sei: „In Momenten wie diesen fragt man sich: Ist das Absicht?“, spekulierte Gibson live im TV. Und er gesteht ein: „Es ist wahnsinnig, das zu denken.“
Diskussion um Löschwasser
„Was könnte es sein?“, überlegte der Hollywoodstar, dessen Haus vor wenigen Tagen niederbrannte, „wollen sie einen leeren Staat?“ Er sei sich unsicher, ob nicht ein Plan hinter alldem stecke: „Es scheint schon ein wenig überzeugend, dass es kein Wasser gab und dass die Windverhältnisse richtig waren und dass es Menschen gab, die bereit waren, Feuer zu zünden“.
Was Gibson dem kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom ausrichten wolle, fragte die „Fox“-Moderatorin. „Gib weniger Geld für Haargel aus“, spottete der 69-Jährige.
Behörden halten dagegen
Den Mangel an Löschwasser hatten bereits Elon Musk oder der künftige US-Präsident Donald Trump genutzt, um die demokratisch geführte Regierung Kaliforniens zu attackieren. Von offizieller Seite hieß es, der Grund für die Probleme sei, dass man einen Flächenbrand mit einem städtischen Wassersystem bekämpfen müsse – darauf sei es nicht ausgelegt.
Aufgrund der Flut an Desinformation, die sich vor allem online verbreitet, hat die US-Bundesagentur für Notfallmanagement eine Meldeseite für Gerüchte reaktiviert. Sie kam laut CBS News bereits bei den Hurrikans Helene und Milton zum Einsatz. In den USA sind Verschwörungserzählungen generell sehr beliebt, über 50 Prozent glauben laut einer Studie daran. Dazu gehört etwa, dass Elvis Presley noch lebt, Präsident Joe Biden das Trump-Attentat in Auftrag gegeben hätte oder die US-Regierung hinter den 9/11-Anschlägen stecken würde.