„Dieses Buch ist im Laufe von etwa 30 Jahren gewachsen“, sagt Archäologe Paul Gleirscher über sein neues Werk „Neues zur Hallstattkultur in Kärnten“, das er am 8. April im Kärntner Landesarchiv präsentieren wird. Darin spielen seine Forschungstätigkeiten im Bezirk Völkermarkt eine wesentliche Rolle. So hat Gleirscher mit der Abteilung für Ur- und Frühgeschichte am Kärntner Landesmuseum, deren Leiter er über 30 Jahre lang war, umfangreiche Ausgrabungen in hallstattzeitlichen Grabhügeln durchgeführt. „Jene in Waisenberg bei Mittertrixen waren gigantische zehn Meter hoch und hatten einen Durchmesser von 30 beziehungsweise 40 Metern“, berichtet er. Bei den Prunkgrabhügeln in Waisenberg dürfte es sich um die Gräber von Kleinkönigen handeln. Diesen herausragenden Toten wurden umfangreiche Grabbeigaben mitgegeben. „Das waren Schmuck, Waffen und Werkzeug, oder auch Ess- und Trinkgeschirr für üppige Gelage im Jenseits“, so der Archäologe. Die Grabhügel in Waisenberg dürften zwar bereits in der Römerzeit geplündert worden sein, dennoch ließen sich noch einige wertvolle Grabbeigaben bei den Grabungen in den 1990er- und 2000er-Jahren finden. Manchmal mussten Frauen ihren hochrangigen Männern in den Tod und ins Grab folgen. Hinweise auf so eine Witwentotenfolge hat Gleirscher ebenfalls in Waisenberg entdeckt.