VW ID.4 GTXSo fährt sich der Elektro-GTI mit dem schnellen Kürzel

Elektroauto trifft Sportkürzel – kann das gut gehen? Die ersten Kilometer im neuen VW ID.4 GTX.

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Der ID.4 GTX liegt preislich bei 53.440 Euro los © VOLKSWAGEN
 

Volkswagen zieht die GTI, GTE, pardon GTX-Karte: Das Kürzel soll die sportliche Variante des jeweiligen E-Modells kennzeichnen, so wie ihre Pendants das bei Benziner und Diesel traditionell tun.

Beim braven Elektro-Crossover ID.4 bedeutet das optisch mehr Drama und natürlich auch mehr PS. Neben dem Motor an der Hinterachse arbeitet ein zweiter an der Vorderachse, was gemeinsam nicht nur Allradantrieb ergibt, sondern auch eine maximale Leistung von 220 kW (299 PS).

Den Sprint von 0 auf 100 km/h stromert er in 6,2 Sekunden weg - das wäre immerhin eine Zehntelsekunde schneller als beim aktuellen Golf GTI. Der Topspeed ist auf 180 km/h limitiert.

Nicht übel, aber das Auto wiegt mit seiner 77-kWh-Batterie auch rund 2,2 Tonnen, da verträgt er schon ein bissl Kraft. Fahrerisch muss man nach den ersten schärferen Kilometern gleich einmal die ganze Abstimmung hervorheben, denn diese Masse musst du erst einmal bändigen.

Die beiden E-Motoren leisten gemeinsam 220 kW (299 PS) Foto © VOLKSWAGEN

Also: Trotz der Höhe des ID.4 spürt man den tiefen Schwerpunkt der Batterien und die Regelsysteme arbeiten in einer hohen Perfektion. Wankbewegungen sind so gut wie vernachlässigbar, der GTX gibt sich sicher, aber durchaus tolerant, ist also kein Spaßverderber – man kann selbst das Heck schwanzeln lassen. Im Fahrmodus "Sport" (insgesamt gibt es fünf) greifen Regelsysteme wie E-Maschinen so fein ineinander, dass es eine Freude ist.

Bis man auf den Batteriestatus schaut - da schmilzt die Reichweite wie Gletscherschnee auf unter 400 Kilometer. Mit dem 77-kWh-Batterie im Bauch sollen die Reichweiten zwischen 340 und 480 Kilometern pro Ladung liegen. Zum Glück sind wir moralisch gefestigt, zwischendurch.

Kommentare (10)
JohannAmbros
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Die derzeitige

Stromer Generation erinnert mich an die Zeit als wir im Büro noch mit Telex, Fax und den ersten Nokia Mobil Telefon „handiert“ haben. Das gleiche Philips 2000, VHS und CD‘s. Wer gescheit ist überspringt mal einige Entwicklungszyklen. Dazu gehört der heutige Stand der Stromer Technik aller Anbieter.

hpeitler
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Fortgesetztes Nichtbegreifen

Die deutschen Autobauer haben noch immer nicht verstanden worum es bei der Elektromobilität geht. Und auch der Redakteur denkt leider noch in alten Mustern. Bitte welchen Sinn hat es einem 2,2 Tonnen Fahrzeug sportliche Fahrleistungen abzuringen, welches noch dazu nur deshalb so schwer ist, um diesen Irrweg überhaupt beschreiten zu können? Das wird die deutsche Autoindustrie nicht überleben, denn die Asiaten sind uns hier bereits um Fahrzeug-Generationen voraus. Und von der Redaktion würde ich mir mehr kritisches Denken wünschen.

scionescio
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@hpeitler: diesen Irrsinn muss man wohl einzig und allein dem Marketing von Tesla zuschreiben...

... Herr Musk hat erkannt, dass für rationale Menschen ein BEV nur in ganz wenigen Fällen Sinn macht und damit das mögliche Marktsegment sehr klein ist (und auch schon von besseren Firmen besetzt ist!) - deshalb hat er sich massiv mit seinen sinnentleerten Beschleunigungsmonstern auf die große Masse der naiven Angeber gestürzt - wie man sieht, gibt es mehr als genug davon!

Vor Musk hat es durchaus sinnvolle Ansätze in der Elektromobilität in Richtung klein und leicht gegeben (Leaf, Zoe, i3, ...), aber Musk hat dem Thema leider eine ganz andere Richtung gegeben: sauteure, überschwere Protzkisten mit riesigen Akkupacks, die allein schon eine halbe Tonne wiegen - und drinnen sitzt dann ein einziger kleiner Angeber, der auf der Autobahn mit 80km/h hinter einem LKW schleicht, damit er noch zur nächsten Ladestation kommt ... damit wird der Klimawandel mit Sicherheit nicht aufgehalten, aber die naiven Angeber können stolz darauf sein, dass sie mit ihrer Leidensfähigkeit Herrn Musk zum reichsten Menschen auf diesem Planeten gemacht haben - Gratulation!

franki20
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@scionescio

Die nächsten Jahre werden ziemlich hart für dich, wenn nur mehr Angeber mit Protzkisten auf unseren Straßen unterwegs sind.

scionescio
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@Franzerl: abgesehen davon, dass das mit Sicherheit nicht passieren wird (der Staat wird nicht ewig fördern können) ...

... wird es dich wohl härter treffen, wenn dein BEV wegen des Akkutausches eigentlich ein wirtschaftlicher Totalschaden und als Gebrauchtfahrzeug unverkäuflich ist, weil sich niemand mehr die Ladepreise leisten kann/will und vermutlich auch auch eine geschmalzene Entsorgungsgebühr für den Sondermüll Akku vorgeschrieben sein wird.

Dir geht es dann wie denjenigen, die ihr Haus unter hohen Kosten auf Energiesparlampen umgerüstet haben und nun auf ihrer Übergangstechnologie sitzen, während alle anderen mittlerweile billigere und bessere LEDs verwenden ... aber das ist schon immer das Los der Fanboys gewesen ;-)

franki20
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@scionescio

Wenn wir uns den Strom für das Laden nicht mehr leisten können haben wir ganz andere Probleme - aber ok, du bist der Meinung elektrischer Strom wird unleistbar. Und sollte es in absehbarer Zeit eine bessere Technologie geben bin ich der letzte der nicht dafür offen wäre. Aber jetzt weiter einen Stinker fahren weil wir in 40 Jahren vielleicht eine bessere Antriebsform haben? Sicher nicht!

Im übrigen ist doch jede Technologie eine Übergangslösung bis zu einer noch besseren Lösung. Du hast bestimmt nie einen CD Player oder einen VHS Rekorder besessen.

Stratusin
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Geile und korrekte Argumente,

schlimm für den ewig Gestrigen.

Kristianjarnig
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Hmm. Die "Deutschen" haben es nicht verstanden? Im Ernst?

Was ist mit Tesla? Dort beschleunigt das langsamste Model so um die 5,4 Sekunden gegen 100. Das neue Model S sofern es mal kommt in irgendwas um die 2 Sekunden(!!!), ein Model 3 Performance um die 3,5, ein Longrange um die 4,4 Sekunden. Trotzdem gehen die weg wie die warmen Semmeln(offensichtlich verkauft sich "günstige" Bschleunigung gut).

Ich denke die deutsche Autoindustrie ist da bereits SEHR vernünftig und offeriert sinnvolle Beschleunigung(ich würde das mal so im Bereich zwischen 5 bis 8 Sekunden definieren).

Der GTX ist für ein sportliches Fahrzeug in Ordnung mit knapp 6 Sekunden, da kann man dann auch schnell mal vom Beschleunigungsstreifen beschleunigen und sich in den Verkehr einfädeln OHNE zum Verkehrshindernis zu werden. Finden Sie nicht?

hpeitler
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Fortgesetztes Nichtbegreifen Teil 2

"Sinnvolle Beschleunigung...in 5-8 Sekunden" - echt jetzt? Mein Gott, wie konnten wir bloß die 60er bis 90er Jahre überleben, ohne sinnvolle Beschleunigung und SUV. Sie sollten vielleicht mal den offenen Brief des Rektors der TU Graz an unseren werten Bundeskanzler lesen. Vielleicht verstehen Sie es dann. Und wenn nicht, auch gut. *Das Alte macht nur noch Lärm beim Sterben."

EhEgal
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herzlich willkommen

im nächsten Jahrtausend. Auto fahren darf auch mit Stromern Spaß machen. Manchmal greift man sich echt nur noch aufs 🤦🏼‍♂️