E-Flitzer, der schrumpfen kannMit dem Triggo steht man nie mehr im Stau

Der Elektroflitzer Triggo soll 2021 auf den Markt kommen und zielt auf Carsharing-Plattformen ab.

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Der winzige, aber wendige E-Flitzer Triggo legt sich in die Kurve © TRIGGO
 

Wie schnell sich unsere Mobilität wirklich wandelt – wir werden es sehen. Sicher ist allerdings, dass wir in der Zwischenzeit viele verschiedene Konzepte sehen werden, vor allem, wenn es um die städtische Fortbewegung geht. Da herrscht vom mit Muskelkraft oder Strom betriebenen Kick-Scooter bis zum elektrifizierten Leichtfahrzeug Renault Twizy oder Seats Conceptcar Minimo dem jüngst ausgelaufenen Stehroller Segway ohnehin schon eine respektable Vielfalt an Fahrzeugen, mit denen sich die letzte Meile überwinden lässt.

Ein neuer Denkansatz kommt jetzt aus Polen und angeblich bereits 2021 auf den Markt. Das Unternehmen Triggo S.A. hat an einem Elektroflitzer für die Stadt getüftelt, der schrumpfen kann. Das bedeutet: Natürlich bleiben die Maße der Fahrgastzelle, in der zwei Personen hintereinander sitzen können, gleich – aber die Spur der Vorderräder lässt sich verändern.

Sind die Räder auf eine Spurweite von 1,48 Zentimeter „ausgefahren“, liegt der insektenartige Winzling stabiler, was eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h möglich macht. Um einen Parkplatz zu ergattern oder sich durch den Stau zu schummeln, lässt sich das variable Chassis im „Manövriermodus“ auf 86 Zentimeter zusammenziehen.

Showcar: Seat Minimó

Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Seat die Bühne genutzt, um ein Konzeptauto für das mit Abstand kleinste Modell der Marke vorzustellen: den Minimó.

SEAT

Der sieht aus wie der Twizy, den Renault seit dem Jahr 2011 im Programm hat, und ist wie er eine verwegene Kreuzung aus Auto und Motorrad.

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Zwei Passagiere haben hintereinander sitzend im 1,3 Meter breiten und 2,5 Meter kurzen Stromer Platz.

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Das bedeutet, der Minimó nimmt lediglich eine Grundfläche von 3,1 Quadratmetern – ein ausgewachsenes Auto kommt auf 7,2 Quadratmeter.

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Der Winzling kann in den für Motorräder vorgesehenen Bereichen geparkt werden und auf einer Fahrspur würden zwei Modelle nebeneinander denselben Platz beanspruchen wie ein durchschnittliches Auto.

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Und da wäre noch ein Clou: Dank des integrierten Akkuaustauschsystems ist das Fahrzeug bereits innerhalb weniger Minuten wieder voll aufgeladen und hat eine Reichweite von mehr als 100 Kilometer.

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Da diese Autos nicht zu Ladestationen gebracht werden müssen, bedeutet dieses innovative Konzept für die Anbieter von Carsharing-Services, dass sie ihre Betriebskosten effektiv um 50 Prozent senken können.

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Dass er so klein ist, bedeutet allerdings nicht, dass der kleine Spanier nicht voll vernetzt ist: Das Fahrzeug erkennt zum Beispiel, ob der Fahrer 16 oder 18 Jahre alt ist, um seine Geschwindigkeit beispielsweise auf maximal 45 oder 90 km/h anzupassen.

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Der Wenderadius liegt dann bei 3,5 Metern und die Geschwindigkeit ist auf 25 km/h limitiert. Was das Thema Parken angeht, so rechnen die Ingenieure vor, dass der 2,6 Meter lange Tandemsitzer fünf Mal auf einem herkömmlichen Pkw-Parkplatz unterkommt.

Der Triggo mit aus- und eingefahrenem Fahrwerk Foto © TRIGGO

Was den Antrieb angeht, ist von zwei Elektromotoren mit einer Leistung von je 10 kW die Rede. Der Akku solle eine Kapazität von 8 kWh haben, was eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern möglich machen soll. Zum Aufladen muss man keine Säule suchen, sondern nimmt die ausbaubare Batterie einfach mit in die Wohnung, um sie anzustecken. Hat man zwei, kann man sie auch einfach mit wenigen Handgriffen tauschen.

Als Kunden im Visier hat Triggo mit seinem Gefährt derzeit primär Anbieter von Carsharing. Nicht trotz, sondern gerade wegen Corona, wo sich die Lust der Menschen, in öffentliche Verkehrsmittel zu steigen, in Grenzen hält.

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