Frage & AntwortWarum man auch im Winter die Klimaanlage einschalten sollte

Im Winter braucht man keine Klimaanlage. Was logisch klingen mag, stellt sich bei genauem Hinsehen aber als falsch heraus.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
© sea and sun/stock.adobe.com
 

Warum sollte man im Winter die Klimaanlage aufdrehen? Es ist ja nicht heiß.
Ein Großteil der Fahrzeuge verfügt heute über eine serienmäßige Klimaanlage. Und auch wenn es im Winter nichts zu kühlen gibt, sollte man ihr auch im Winter keine Pause gönnen: Man sollte sie bei Temperaturen über fünf Grad regelmäßig einschalten, weil so eine ausreichende Schmierung des Systems gewährleistet ist und mögliche Verunreinigungen am Verdampfer durch das ablaufende Kondenswasser abgewaschen werden.

Was kann passieren, wenn man es nicht tut?
Wird eine Klimaanlage den gesamten Winter über nicht aktiviert, können sich in den Leitungen und Kanälen Bakterien oder Pilze ablagern. Das sorgt dann im Frühjahr, wenn die Klimaanlage wieder eingeschaltet wird, oft für üble Gerüche im Auto. Dann hilft es oft nur noch, die Anlage mit einer Ultraschall-Verdampfer-Desinfektion zu reinigen, damit man sie wieder verwenden kann. Bei zu langer Nichtbenutzung kann es auch passieren, dass sich das im Klimagas befindliche Schmiermittel im Kompressor ansammelt. Bei Aktivierung der Anlage kann diese nicht komprimierbaren Flüssigkeit dann die empfindlichen Bauteile beschädigen.

Wie lange sollte man die Klimaanlage laufen lassen?
Man sollte sie nach Bedarf einschalten, aber einen Kurzzeitbetrieb von unter zehn Minuten vermeiden. Wichtig ist es auch, rund drei Minuten vor dem Fahrtende die Kühlfunktion der Klimaanlage, nicht aber das Gebläse auszuschalten. So verhindert man, dass Restfeuchtigkeit im System bleibt und ein Befall durch Pilze oder Bakterien begünstigt wird.

Davon abgesehen, braucht man im Winter aber in Wahrheit nur die Heizung. Oder?
Nein, denn Klimaanlagen können nicht nur die Temperatur im Auto senken, sondern auch den Feuchtigkeitsgehalt der Luft reduzieren. Damit lässt sich das lästige Beschlagen der Scheiben verhindern. Dafür haben viele Modelle eine Defroster-Funktion, in der die Klimaanlage mit maximaler Leistung in Richtung Front- und Seitenscheiben arbeitet.

Ich habe die Klimaanlage an einem sehr kalten Tag aufgedreht – aber nichts hat sich getan. Ist sie kaputt?
Bei Außentemperaturen unter 5 Grad Celsius schaltet sich die Klimaanlage automatisch ab, auch wenn die Anzeigen im Innenraum etwas anderes aussagen. Der Kompressor, der für die Kälteleistung zuständig ist, wird automatisch abgeschaltet, da sonst der Verdampfer vereisen könnte. Das System funktioniert weiterhin mit der üblichen Heiz- und Gebläsefunktion.

Was tut man, wenn es so kalt ist, dass die Klimaanlage nicht geht und die Scheiben beschlagen?
Wenn es dauerhaft so kalt ist, bleibt einem nur, die Scheibe regelmäßig abzuwischen. Und regelmäßig zu putzen: Denn an einer schmutzigen Scheibe binden sich feuchte Luftpartikel, weshalb sie deutlich schneller beschlägt als eine saubere. Als Hausmittel gegen feuchte Luft im Auto haben sich außerdem mit Katzenstreu gefüllte Socken oder Baumwollsäckchen bewährt, die man auf das Armaturenbrett legt.

Kommentare (3)
tomtitan
14
12
Lesenswert?

"Als Hausmittel gegen feuchte Luft im Auto haben sich außerdem mit Katzenstreu gefüllte Socken oder Baumwollsäckchen bewährt, die man auf das Armaturenbrett legt." - im Sinne der Umwelt empfiehlt es sich

bereits gebrauchtes Katzenstreu zu verwenden - die Umwelt und ihr Geldbeutel wird es ihnen danken.

frogschi
1
5
Lesenswert?

In Ihrem Auto möchte ich nicht sitzen

Ausser mit Maske. Da hat C doch was Gutes.

krambambuli
1
17
Lesenswert?

stimmt

dann spart man sich auch noch den "Duftbaum"