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Magna SteyrNeues Elektro-SUV: Entscheidung Ende 2020 für Graz oder Slowenien

Worauf Magna in Zukunft setzt – und wie man die Standorte Graz/Hoce auslasten will.

Frank Klein, Präsident Magna Steyr © Magna Steyr
 

Es war einer seiner ersten öffentlichen Auftritte in seiner neuen Funktion: Seetarama Kotagiri, der Nachfolger von Don Walker als weltweiter Magna-CEO, eröffnete den ersten Virtual Media Day von Magna Steyr. Seine Einschätzung der aktuellen Lage? „Covid-19 hat starke kurzfristige Auswirkungen gehabt“, so Kotagiri. Die Langzeitfolgen seien nicht absehbar, man erkenne aber einige Entwicklungen jetzt klarer: Die Elektrifizierung des Automobils beschleunige sich. Außerdem beobachte er die Teilung zwischen Automobil als Besitz und dem Auto als reinem Mobilitätsservice, etwa zum Mieten.

Für Frank Klein, den Präsidenten von Magna Steyr mit 31 Produktions- und Entwicklungsstandorten sowie 13.000 Mitarbeitern, war das die Einleitung für eine Leistungsschau des Unternehmens, das nicht nur Autos produziert und komplett entwickelt, sondern genauso Sensoren/Kameras für autonomes Fahren, Hightech-Autositze oder eine neue Batterieplattform im Programm hat.

Fisker baut den Ocean

Genau auf dieser Batterieplattform will das Auto-Start-up Fisker ab Ende 2022 bis zu 50.000 Elektro-SUVs namens Ocean bauen – hier geht's zum Artikel der Kleinen Zeitung. Klein erklärt, dass man Ende des Jahres den Produktionsstandort im Verbund Graz/Hoce (Slowenien) festlegen werde. Sprich: Sollten weitere neue Kunden bei Magna produzieren lassen wollen, dann werde man das Werk in Slowenien (Hoce) ausbauen, um höhere Stückzahlen bewältigen zu können. Beide Standorte sollen ausgelastet werden. Bekannt ist, dass Magna mit einem weiteren Start-up in Verhandlung steht: das US-Unternehmen Canoo, das auch Elektro-Vans entwickelt.

Magna Steyr setzt überhaupt auf die E-Schiene und hat sämtliche Elektrifizierungsoptionen für Autokonzerne und Start-ups im Talon: Mild-Hybrid, Plug-in-Hybrid bis zum E-Auto – gesammelt in einem modularen und auf große Stückzahlen skalierbaren System. Die neuen Plug-in-Hybrid-Pakete schaffen zum Beispiel bis zu 100 Kilometer rein elektrische Reichweite.

Aber Klein meint, auch die Brennstoffzellentechnologie sei im Kommen. Dementsprechend habe man bei der Entwicklung die Weichen gestellt. Trotzdem glaube er nicht an eine unmittelbare Umsetzung, sondern eher, dass der Markt erst 2030 rund eine Million Wasserstoffautos umfassen werde. 50 Prozent davon Trucks und Busse, 50 Prozent Pkw. Magna sei aufgrund flexibler Produktionssysteme dafür bereit.

Kommentare (6)
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scionescio
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Wer will mit mir wetten, dass in Slowenien gebaut wird ...

In Graz sind die Förderungen ziemlich ausgeschöpft und die Slowenen machen gerade den gleichen Fehler wie die Grazer vor Jahren und blasen Magna auf Umwegen Geld in den Hintern ohne Ende, weil sie sich davon sichere Arbeitsplätze in der Zukunft versprechen ... und am Ende dann gleich dastehen werden wie die Grazer, wenn die Heuschrecke wieder weiterzieht!

melahide
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Die

Ganze Autoindustrie ist gefördert und subventioniert. Da wurde von der Politik immer alles unternommen. Autobahnen wurden ausgebaut, das Auto wurde zum Inbegriff der individuellen Freiheit aufgebaut, womit jeder von A nach B kommt... eben weil man sich damit Arbeitsplätze erhofft hat. Es sind ja, allein in Deutschland 800.000 direkt und 2 Millionen mit den Zulieferbetrieben wenn ich richtig liege ...

VW zb baut ja mitunter die besten Verbrenner der Welt - und das ist auch ihr größter Fehler. Erklären sie als Angestellter einmal ihren Aktionären, dass der Verbrennungsmotor - und da sind wir uns ja hoffentlich einig - keine Zukunft hat und man in alternative Antriebe investieren muss. Wenn das Geschäft mit Verbrennern seit 50 Jahren läuft..

Europa hat den Anschluss verloren. Die USA war technologisch seit den 60ern Tonangebend. Japan und China haben viel von den USA billig nachgebaut und weiter entwickelt. Europa importiert und setzt auf alte Ideen! Auch heute noch

scionescio
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Und wieder hat der Laie sein Laientum eindrucksvoll unter Beweis gestellt und Meinung statt Ahnung verbreitet ...

Nur BEV Fanatiker kapieren nicht, dass ein 20% Markt für große Autobauer wirtschaftlich uninteressant ist - es gibt mehr Golf als alle jemals produzierten BEVs zusammen!
Mit BEVs lässt sich nichts verdienen- im letzten Quartal hat Tesla wieder einmal nur durch den Verkauf von CO2 Zertifikaten positive Zahlen erreicht und legt nach wie vor bei jedem Model 3 drauf - wenn die Spekulanten die Lust verlieren, ist Tesla über Nacht erledigt- in Deutschland wurde auf der Bsustelle das Wasser abgedreht, weil sie seit Monaten die Rechnung nicht bezahlen (können) - eine hohe Börsenkapitalisierung und Liquidität sind eben zwei paar Schuhe.
Technologisch ist Europa nach wie vor vorne: den besten käuflichen Autopiloten gibt es in der S-Klasse, der Taycan ist der aktuelle Benchmark bei den BEVs und zeigt das aktuell Machbare im BEV Bereich auf und der ID.3 ist dem Model 3 in Summe deutlich überlegen- und es gibt sogar Werkstätten und Ersatzteile...
Es gibt nur ein Problem: für rationale Menschen gibt es keinen Grund, sich ein BEV anzutun ... und das wird sich die nächsten Jahrzehnte auch nicht ändern!

MMK2014
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@scionescio: Nicht ganz richtig!

NOCH weisen eFahrzeuge nur einen geringen Marktanteil auf. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern.

Europa ist sicherlich noch Schlusslicht (aber glücklicherweise auf einem "Durchstarterplatz"), wird aber in den nächsten Jahren wieder nach vorne ziehen. Sofern Europa endlich kapiert, dass man die eMobilität nicht komplett den Asiaten überlassen und man sich dadurch abhängig machen darf,.

Zu den Benchmarks: Tesla ist aktuell Elektrobenchmark, auch wenn man das nicht glauben will. Der Taycan hat das Zeug dazu, in ähnliche Gefilde zu kommen, aber trotzdem agiert Tesla derzeit und der Rest reagiert (NOCH, es wird sich hoffentlich ändern).
Zum Autopiloten in der S-Klasse: Ich habe erst gestern einen Artikel gelesen, in dem vorerst das Ende des autonomen Fahrens von Mercedes-Benz bekannt gegeben wurde. Es war ein Artikel des "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Sie werden sich vielleicht kein BEV zulegen. Viele andere aber schon! Die, die wirklich rational denken, haben auch schon eines!

Mezgolits
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Vielen Dank: - Die, die wirklich rational denken, haben auch schon

eines! - Ich meine und empfehle allen Personen ein E-Kfz - für Klein-Zu-
stellungen: Zum Beispiel: 100 Zustellungen von Zeitschriften ... alle, ein
paar Hausnummern voneinander entfernt - bis zu 100 km/Tag und alle
in den frühen Morgenstunden, bei jedem Wetter, hauptsächlich in dicht
besiedelten Wohngebieten. Bei Verwendung von weichlaufenden Ben-
zin-Kfz: Unwirtschaftlich wegen geringerem Wirkungsgrad, Anfahrprob-
leme, Motordauerlauf oder 100 mal starten, Abgas- + Lärmbelästigung.
Bei Verwendung von hartlaufenden Diesel-Kfz: Unwirtschaftlich wegen
Anfahrprobleme, Motordauerlauf, Abgas- + Lärmbelästigung - oder die
Verwendung vom bis jetzt einzig wirtschaftlich motorisierten E-Auto
mit einer Motorleistung von maximal 33 kW. Erfinder M.

Mezgolits
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Worauf Magna in Zukunft setzt -

Vielen Dank - ich meine: Auf unwirtschaftliche E-Kfz. Erfinder M.