Wir berichteten bereits exklusiv über die Verhandlungen - heute wurde es an der New Yorker Börse offiziell gemacht: Die noch junge Autofirma Fisker wird in den Magna-Werken in Graz und in Hoce (der genaue Ort steht noch nicht fest) das E-SUV Ocean bauen. Stückzahl: bis zu 50.000 Autos pro Jahr.

Die wichtigsten Fakten: Ab kommenden Montag geht das Projekt bei Magna in Graz in die Entwicklungsphase.

Magna steht als Projektentwickler Pate, liefert auch die hauseigene Batterieplattform, die im internationalen Magna-Netzwerk entwickelt wurde. Das ist umso erstaunlicher, weil Fisker auch mit Volkswagen über deren Elektro-Plattform verhandelt hatte. Aber Magna liefert jetzt das gesamte Know-how und eben die E-Plattform.

Das SUV misst 4,64 m Länge
Das SUV misst 4,64 m Länge
© (c) Chris Davies

Wichtiger Schritt

Für Magna ist es ein extrem wichtiger Schritt und ein Zeichen an die jungen Automobilfirmen. Das Start-up Fisker wurde vor der Bekanntgabe an der New Yorker Börse zwischenzeitlich mit 2,9 Milliarden Euro bewertet.

Fisker Ocean mit Solardach
Fisker Ocean mit Solardach
© (c) Chris Davies

Magna zeigt damit wie flexibel man auf die Anforderungen der Start-up-Szene in der Autoindustrie reagieren kann - denn was den Newcomern fehlt, ist vor allem das Produktionswissen. Für Magna ist der Deal ein großer Wurf - auch wenn man gleichzeitig betont mit den klassischen Automobilanbietern weiter zusammen arbeiten zu wollen.

159.000 Autos produzierte man im Jahr 2019. Bis zu 50.000 Fahrzeuge will Fisker bei Magna in Graz und Hoce fertigen lassen. Das ist eine beträchtliche Dimension.

Fisker-Interieur
Fisker-Interieur
© (c) Chris Davies

Und es könnte noch ein Start-up hinzukommen: Canoo heißt das zweite Start-up, das mit Magna in Graz verhandelte. Canoo setzt auf einheitliche technische Plattformen, für E-Vans und Kleinbusse etc., die man vermieten oder über Abomodelle auf die Straße lassen will.

Solardach und Abomodell

Aber zurück zum Fisker Ocean: Mastermind hinter dem Konzept ist Designer und Firmengründer Henrik Fisker, der schon bei BMW (Z8) und Aston Martin (DB9) seine Kunstfertigkeit zeigte.

Fisker Ocean
Fisker Ocean
© (c) Chris Davies

Mit seinem ersten grünen Luxusauto, dem Fisker Karma, legte er noch eine Bruchlandung hin - das soll sich jetzt aber ändern: Das SUV Ocean ist in der Studie 4,64 Meter lang, verfügt voraussichtlich über ein Solardach, zwei E-Motoren, Allradantrieb und schafft bis zu rund 480 km Reichweite. Es gibt Recycling-Interieur aus Plastik und alten Fischernetzen.

Der Einstiegspreis könnte bei 35.000 Euro liegen, Fisker hat aber auch Abomodelle im Programm (Anzahlung plus 379 Dollar Monatsrate).