Rund 600.000 Österreicherinnen und Österreicher sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag auf sich allein gestellt zu bewältigen und müssen betreut werden. Und in den nächsten Jahren werden es noch wesentlich mehr werden. Über zwei Millionen Menschen sind älter als 60 Jahre. 2050 werden es bereits drei Millionen sein. Davon wird laut Einschätzung von Experten etwa ein Drittel, also rund eine Million, Betreuung benötigen.

Ganz klar: Die meisten Menschen wollen auch im Falle der Betreuungsbedürftigkeit so lange wie möglich in vertrauter familiärer Umgebung leben. Und so stehen Jahr für Jahr Tausende Familienmitglieder – oft ganz plötzlich – vor der Frage, wie sie die Betreuung von Angehörigen mit ihrem eigenen Leben und ihren beruflichen Verpflichtungen in Einklang bringen sollen. „Das System der Betreuung durch selbstständige PersonenbetreuerInnen“, erklärt Andreas Herz, Obmann der Fachgruppe „Personenberatung und  Personenbetreuung“ und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark, „ist seit vielen Jahren der Schlüssel zu leistbarer Betreuung in vertrauter Umgebung und wird auch in Zukunft deren zentrale Säule sein.“

Verlässlich und kompetent

Der Großteil der über 12.000 in der Steiermark tätigen selbstständigen PersonenbetreuerInnen kommt aus Rumänien, der Slowakei und Ungarn, also aus
einkommensschwächeren Staaten der Europäischen Union. Es sind vorwiegend Frauen, die ihre Aufgabe mit größter Herzlichkeit und Professionalität erfüllen. Als Selbstständige sind sie keinen Arbeitszeitbeschränkungen unterworfen und können sich daher während der Betreuungsintervalle ganz dieser fordernden und verantwortungsvollen Aufgabe verschreiben. Dieser Umstand und die leistbaren Kosten haben das Konzept innerhalb kurzer Zeit österreichweit zum beliebtesten Betreuungsmodell werden lassen. „Ohne diese Dienstleistung“, erklärt Andreas Herz, „wären viele der Betroffenen und Angehörigen heute womöglich bereits vor kaum mehr bewältigbare Herausforderungen gestellt.“

Qualität in der Vermittlung

Als Bindeglied zwischen den PersonenbetreuerInnen und ihren  Kunden fungieren die heimischen Vermittlungsagenturen. Sie sorgen dafür, dass im Bedarfsfall möglichst rasch Betreuung vor Ort ist, kümmern sich um die Details der Abwicklung und übernehmen damit eine wichtige Funktion bei der Versorgung mit Betreuungsleistungen. Außerdem bieten sie eine intensive Einschulung an und stehen sowohl den BetreuerInnen als auch den Betreuten und deren Angehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung.

„Wir haben“, erklärt Andreas Herz, „zuletzt sehr viel unternommen, um das Betreuungssystem zu perfektionieren, etwa durch die Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen und die Herausgabe einer mehrsprachigen Zeitung als Plattform für Information und Know-how-Vermittlung. Einen bedeutenden Zugewinn an Qualität und Transparenz brachte die Trennung der Gewerbeberechtigungen für Betreuung auf der einen und Vermittlung der Betreuungsleistungen auf der anderen Seite. Schließlich konnten wir die Arbeit der Vermittlungsagenturen durch die im Bundesgesetzblatt veröffentlichten Standesregeln noch weiter aufwerten: Die neuen Standesregeln begründen umfassende Sorgfalts-, Vertrags- und Dokumentationspflichten und garantieren damit allen Betroffenen und Beteiligten ein Höchstmaß an Verlässlichkeit und Sicherheit.“

Mit solchen weit über die Grenzen der Steiermark hinaus beachteten Initiativen gelang es, das Vertrauen in die Qualität der Dienstleistung zu stärken und die Zufriedenheit bei allen Beteiligten zu steigern.