„Ich kann nur etwas machen, wenn die Basis gut ist“: Bei diesen Worten, die Johann Lafer kürzlich einem gebannten Publikum in Graz servierte, meinte der Spitzenkoch eigentlich qualitative Zutaten in der Küche – doch sie lassen sich auch auf seine Karriere umlegen: Die gute Basis, also die Küche seiner Mutter in St. Stefan im Rosental, wurde nicht zuletzt im „Gösser Bräu“ in Graz verfeinert. Dort hatte Lafer vor 50 Jahren seine Lehrzeit verbracht – und dorthin kehrte er nun im Rahmen seines Graz-Besuchs zurück.

In Graz lernte er nicht nur das Handwerk

„Wenn ich heute auf 50 Jahre seit meinem Lehrabschluss zurückblicke, empfinde ich vor allem große Dankbarkeit. In Graz und in der Steiermark habe ich nicht nur mein Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, die Bedeutung von Qualität und den Wert harter Arbeit“, betonte Lafer. „Dass aus einer Kochlehre im Gösser-Bräu eine internationale Karriere entstehen konnte, zeigt, welche Kraft in einer fundierten Ausbildung steckt. Diese Chancen wünsche ich auch den jungen Menschen von heute.“

Die Narbe an Lafers linkem Zeigefinger
Die Narbe an Lafers linkem Zeigefinger © Saria

Die legendäre Gösser-Chefin Erika Wagner nahm damals den 16-jährigen Johann unter ihre Fittiche. Von dieser Zeit habe er nicht wunderbare Erinnerungen und eben „den Respekt vor der Natur“ mitgenommen – sondern auch eine Narbe am linken Zeigefinger, die ihn bis heute an die Gösser in Graz erinnere, wie Lafer vor Jahren schmunzelnd der Kleinen Zeitung erzählte: Der Finger war einst anstelle des gebackenen Emmentalers in die Schneidmaschine geraten. „Frau Wagner persönlich hat mich ins Krankenhaus gebracht.“