Es ist angenehm kühl im Wald. Hier in Hohentauern, auf über 1300 Meter Seehöhe, macht die Sommerhitze Pause. Wir wandern quer durch den neuen Zwergenwald, der dieser Tage inoffiziell eröffnet wurde. Ein neues Ausflugsziel für Familien mitten in der Natur und ohne Eintritt. „Den Weg selbst gibt es schon länger“, erzählt Franz Haas, Obmann des Gästevereins in Hohentauern. Die Idee kam einst Kindergartenleiterin Anja Bauer, „wir wollten diesen schönen Weg irgendwie beleben“. So zogen vor drei Jahren erste Zwerge in den Wald ein.
Mit vielen Freiwilligen und unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden ist aus dem Zwergenweg in den vergangenen Monaten ein ganzer Zwergenwald geworden: Ein Rundwanderweg, wo es nicht nur für kleine Gäste viel zu entdecken gibt. Los geht es beim Parkplatz beim Kriegerdenkmal, von dort führt schräg gegenüber ein (Achtung: steiler!) Forstweg in den Wald. Mehr als 200 kleine Zwergenfiguren säumen den Weg, dazu zahlreiche Tierfiguren, ein witziger Fotopoint und kleine Wichtelhäuser. Neu errichtet wurden nicht nur Stege über den Bach, sondern auch eine große Aussichtsplattform mit Blick auf die Hohentauerner Bergwelt.
Zwerg Willi und seine Freunde
Der rote Faden durch den Zwergenwald ist die Geschichte rund um Zwerg Willi. Kindgerecht wird auf mehreren Schautafeln das richtige Verhalten im Wald vermittelt. „In Summe haben wir mehr als 10.000 Euro investiert, viele Sponsoren haben uns unterstützt“, erzählt Franz Haas. Auch die Kindergartenkinder waren mit Feuereifer dabei: „Man merkt die Freude – es ist ein Projekt von Kindern für Kinder“, so Anja Bauer. Das Zwergen-Märchen stammt aus der Feder von Veronika Haas, die hier im Wald jeden Zwerg persönlich kennt und jede Woche nach dem Rechten schaut.
Mitten im Wald befindet sich eine Möglichkeit zur Rast. „Die Kinder haben eine Stein-Schlange gestaltet. Jedes Kind, das den Wald besucht, kann selbst einen Stein bemalen und dazulegen, damit die Schlange immer weiter wächst“, schildert die Kindergartenleiterin. Mal-Utensilien warten in einer Kiste vor Ort, auch ein Gästebuch und ein Stempel für fleißige Wanderer. Auch sonst ist mitgestalten ausdrücklich erwünscht: „Manche Gäste bringen selbst Zwerge mit oder bauen neue Wichtel-Häuschen in den Wald. Das freut uns natürlich“, so Veronika Haas.
Auch Wasserweg wird saniert
Der Zwergenweg selbst ist etwas über einen Kilometer lang, der gesamte Rundweg 3,4 Kilometer. 400 Höhenmeter legt man insgesamt zurück, gutes Schuhwerk ist empfehlenswert. „Der Weg schult auch die Motorik von Kindern, es geht über viele Wurzeln“, so Anja Bauer. Besonders motivierte Wanderer können den Rundweg ausdehnen bis zum Wasserwanderweg beim Pfahlbautendorf. Auch dieser wird übrigens im Zuge eines Leaderprojektes renoviert, 2027 sollen die hölzernen Attraktionen dann in frischem Glanz erstrahlen.
Geöffnet ist der Zwergenwald täglich von Frühling bis Herbst, nur im Winter machen die Zwerge Pause.