Drei Menschen mussten in der Vorwoche auf den steirischen Straßen bei Unfällen ihr Leben lassen, es waren jeweils Motorradlenker. Das bislang letzte Opfer ist ein 63-jähriger Unternehmer aus Ligist, der auf der B 70 bei Edelschrott mit einem Pkw zusammengestoßen war. Der Weststeirer verstarb nach der Einlieferung ins LKH-Universitätsklinikum Graz.

Auch in der Woche davor zählte die Steiermark vier Unfalltote. Die Häufung mag Zufall sein, jedoch ist die Zahl der tödlichen Unfälle in der Steiermark im Vergleich zum Vorjahr wieder im Steigen – als einziges Bundesland neben Salzburg. 32 Menschen kamen laut vorläufigen Zahlen des Innenministeriums bis zum 12. Juli ums Leben, das sind um vier mehr als im Vergleichszeitraum 2025.

Die nackten Zahlen zeigen nicht das furchtbare Schicksal, das hinter jedem der tödlichen Unfälle steckt. Aber die Statistik kann helfen, gefährliche Entwicklungen im Straßenverkehr aufzuzeigen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Mit ihrem „Atlas der Verkehrsunfälle“ stellt die Statistik Austria die von der Polizei erhobenen Unfalldaten auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. In der interaktiven Karte sind sämtliche Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Österreich verzeichnet, dazu Angaben zu Unfallart und -ort, sowie Zeit und andere Kriterien.

Nach den nun endgültig vorliegenden Zahlen sind im Vorjahr 68 Menschen bei 66 Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben gekommen. 1333 Personen wurden schwer und 5656 leicht verletzt. Im Schnitt passierte in unserem Bundesland alle 94 Minuten – das entspricht ungefähr der Dauer eines Fußballspiels – ein Unfall, bei dem Menschen zu Schaden kamen.

Bei der absoluten Zahl der tödlichen Unfälle lag die Steiermark auf dem dritten Platz der Bundesländer, gemessen an der Einwohnerzahl aber im Mittelfeld. In dieser Kategorie steht übrigens das Burgenland an der Spitze. 29 der Getöteten waren Pkw-Insassen, 16 waren auf dem Motorrad unterwegs. Auch neun Radfahrer und sechs Fußgänger kamen ums Leben.

Dass Graz mit 1667 fast jeden dritten Unfall in der Steiermark verzeichnete, verwundert angesichts der hohen Verkehrsdichte nicht. Mit knapp 13 Prozent folgt der Bezirk Graz-Umgebung. Auch zeigt sich deutlich, dass der Sommer mit dem stärkeren Reise- und Ausflugsverkehr mehr Unfälle „produziert“. Fast die Hälfte (46,3 Prozent) des Unfallgeschehens konzentrierte sich auf die Monate Juni bis September. Als gefährlichster Wochentag erwies sich der Freitag mit durchschnittlich 18 Unfällen pro Tag. Die meisten Todesopfer (18) wurden jedoch am Mittwoch verzeichnet. Rein statistisch gesehen ist die Gefahr eines Unfalls am Nachmittag am höchsten.

Bei jedem fünften Unfall war ein Radfahrer beteiligt

Spannend auch die Aufteilung der Verkehrsarten: Zwar dominiert klar das Auto – bei knapp 58 Prozent der Unfälle mit Personenschaden war mindestens ein Pkw beteiligt –, doch schon bei fast jedem fünften Unfall war ein herkömmliches Fahrrad involviert. E-Bikes hatten einen Anteil von 9,4 Prozent und E-Scooter von 6,3 Prozent am Unfallgeschehen.

Weit vorne dabei ist unser Bundesland bei den Unfällen mit Alkoholbeteiligung. Bei insgesamt 503 Alkoholunfällen – das entspricht 9 Prozent des Unfallgeschehens – wurden neun Menschen getötet und 619 verletzt. Was alkoholisierte Lenker betrifft, gibt es bundesweit deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie die Statistik Austria erhob: 86 Prozent waren männlich. Während also etwa jeder 21. männliche Unfalllenker durch Alkohol beeinträchtigt war, war es bei den Frauen nur jede 60. Lenkerin.