"Auch wenn das nach viel klingen mag, ist das Ziel natürlich eine Gurtanlegequote von 100 Prozent", betont ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Speziell Männer zwischen 25 und 34 sowie zwischen 55 und 64 Jahren sind beim Angurten lax und weisen dementsprechend ein deutlich geringeres Gefahrenbewusstsein auf. In diesen Altersgruppen war der Anteil der nicht angegurtet Getöteten in den vergangenen zehn Jahren mit jeweils rund 40 Prozent besonders hoch.
Insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren 508 Menschen bei Verkehrsunfällen unangeschnallt ums Leben gekommen. Im Vorjahr waren es 46. "Viele dieser Todesfälle wären bei konsequenter Gurtnutzung wahrscheinlich vermeidbar gewesen. Der Gurt ist eine der einfachsten und zugleich wirksamsten Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit", hält Nosé fest.
Zahlen der Statistik Austria aus dem Vorjahr belegen die Schutzwirkung. Nur zehn Prozent aller im Auto gesicherten Personen trugen demnach bei einem Crash schwere bis tödliche Verletzungen davon. Bei ungesicherten Pkw-Insassinnen und -insassen war diese Quote mit 32 Prozent mehr als dreimal so hoch.
Wer sich nicht anschnallt, riskiert nicht nur sein Leben, sondern auch eine Strafe. Seit July 1984 wird das Nichtanlegen des Sicherheitsgurts mit einem Organmandat in Höhe von fünfzig Euro geahndet. Beim Transport eines Kindes ohne entsprechende Rückhalteeinrichtung droht eine Anzeige mit einem Strafrahmen von bis zu 10.000 Euro sowie eine Vormerkung im Führerscheinregister.
Airbags, Fahrerassistenz - und andere Sicherheitssysteme haben die Fahrzeugsicherheit in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert. Dennoch ist der Sicherheitsgurt keineswegs überholt. Wie Crashtests zeigen, entfalten moderne Sicherheitseinrichtungen erst im Zusammenspiel mit dem angelegten Gurt bestmöglichen Schutz. Ein weiterer Aspekt, der unterschätzt wird, ist die Gefahr vermeintlich harmloser Kollisionen bei niedrigen Geschwindigkeiten. "Ein Aufprall bei nur 30 km/h entspricht einem Sturz aus vier Metern Höhe im freien Fall. Ohne angelegten Gurt ist es praktisch unmöglich, das eigene Körpergewicht allein mit Armen und Beinen abzufangen", warnt Nosé.