Eine Nebelkrähe sitzt in einem Käfig und schreit den ungebetenen menschlichen Besucher an. Ihr Nachbar ist eine Elster, die mit den Flügeln schlägt. Im nächsten Käfig duckt sich eine verletzte Amsel weg. Ein Eichhörnchen versteckt sich unter einer Decke und auch ein Schwan hat im Tierschutzkompetenzzentrum Klagenfurt Platz gefunden.

Das Highlight ist aber eine Schildkröte, die ihre Kreise zieht. Am Panzer hat sie einen Tracker, den ihr einstiger Besitzer mit einem Pflaster fixierte. Aber weil die Batterie des Trackers leer wurde, konnte sich das Tier davonstehlen, wurde von einem Passanten gefunden und im TiKo abgegeben. Der Rat von Experten, Name, Adresse und Telefonnummer der Besitzer stets mit einem Edding am Bauch von Schildkröten zu markieren, wurde in diesem Fall nicht befolgt.

Immer mehr Wildtiere – auch Fledermäuse, Igel, Tauben, Marder oder Falken - leben im Tiko, obwohl weder das Heim, noch der Landestierschutzverein, noch die ebenfalls dort ansässige Tierrettung für sie zuständig sind. „Es gibt keine Anlaufstelle für Wildtiere, aber die Bürger sehen irgendwo ein Tier und denken, sie müssten unbedingt helfen. Halbstündlich erreichen uns Anrufe, die Leute bringen uns die Tiere auch in Schachteln vorbei“, sagt Anna Offner, Präsidentin des TiKo.

Teilweise werden die Tiere gepflegt und wieder ausgewildert. „Aber wenn eine Mutter den Jungvogel aus dem Nest wirft, hat das einen Grund und das Tier wird auch bei uns nicht überleben.“

Anna Offner
Anna Offner © Privat

Zuständig wäre das TiKo eigentlich nur für Hunde, Katzen oder Kleintiere. Aber jetzt sind alle Kapazitäten voll, musste ein Aufnahmestopp verhängt werden. „Wir hatten in den letzten Wochen massive Zugänge, auch zahlreiche Delogierungen, Notfälle, bei denen Besitzer ins Krankenhaus mussten, und Todesfälle. Zuletzt haben wir 47 Katzen aus einem Messi-Haushalt aufgenommen. Die konnten wir gar nicht alle auf einmal finden“, so Offner.

165 Katzen, 50 Hunde

165 Katzen leben aktuell im Tierschutzkompetenzzentrum, 50 Hunde, 24 Kleintiere, zwölf Wildtiere und zwölf weitere sogenannte „Pensionstiere“, deren Besitzer auf Urlaub sind. „Wir sind voll ausgelastet, müssen zwei Unterkünfte für verletzte Hunde und vier für verletzte Katzen freihalten“, betont Offner.

Nur Villach hat Kapazitäten

Für telefonische Auskünfte und Beratungen steht das TiKo weiterhin zur Verfügung. „Man kann sich melden und wir versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden“, erklärt die Präsidentin. Aber auch die anderen Tierheime sind am Limit. Auch im Tierheim Wolfsberg werden bis auf Weiteres keine Tiere angenommen, im Garten Eden in Klagenfurt „nur absolute Notfälle“, heißt es. Besser sieht es im Tierheim Villach aus: „Wir haben noch Kapazitäten für Katzen und Hunde.“