„Dieser Diamant war einmal ein Mensch“, so beginnt ein Video des Villacher Juweliers Paul Schützlhoffer, das in den vergangenen Monaten rund 200.000 Menschen erreichte und zahlreiche Anfragen ausgelöst hat. Der 26-Jährige präsentiert auf der Online-Plattform TikTok ein außergewöhnliches Schmuckstück: einen Anhänger mit einem Engel, der in seiner Mitte einen Diamanten trägt, der aus der Asche eines verstorbenen Menschen hergestellt wurde.

Über den Tresen des Juweliers wandern regelmäßig besondere und kostbare Stücke, schließlich ist Schützlhoffer auch als „Juwelier der Stars“ bekannt. Doch dieser Auftrag war selbst für ihn etwas ganz Besonderes.

„Ein Leben verdichtet in einem Stein, der für immer bleibt“

„Man kann aus der Asche eines Verstorbenen einen Diamanten pressen“, erklärt Schützlhoffer. Für Hinterbliebene sei dies eine Möglichkeit, einen Teil des geliebten Menschen dauerhaft bei sich zu tragen. Möglich wird dies durch ein aufwendiges technisches Verfahren. Zunächst wird der in der Kremationsasche enthaltene Kohlenstoff isoliert und gereinigt. Anschließend entsteht unter hohem Druck und großer Hitze über mehrere Monate hinweg ein synthetischer Diamant. Die Produktion solcher Diamanten erfolgt meist im Ausland, da die rechtlichen Rahmenbedingungen komplex sind und dafür ein hochtechnologisiertes Labor notwendig ist. Bei Juwelier Schützlhoffer können diese Diamanten dann zu Schmuckstücken weiterverarbeitet werden. „Wir haben sehr viele Anfragen“, sagt Schützlhoffer, der Kundinnen und Kunden bei der Vermittlung an Hersteller unterstützt.

Für den Versand von Kremationsasche von verstorbenen Menschen gelten in Österreich strenge Regeln. Einfacher ist es bei der Asche von toten Haustieren, aus denen ebenfalls Diamanten hergestellt werden können. Auch Haare können als Ausgangsmaterial dienen.

Günstig ist diese besondere Form der Erinnerung jedoch nicht. Die Herstellung eines Erinnerungsdiamanten kostet einige tausend Euro, wobei der Preis unter anderem von der Größe und dem Reinheitsgrad des Steins abhängt. Hinzu kommen die Kosten für die Anfertigung des eigentlichen Schmuckstücks. Je nach Material, Größe und Ausführung sind dabei nach oben kaum Grenzen gesetzt.