Seit knapp einem Jahr sind unzählige Baumaschinen und Arbeitskräfte im Packabschnitt auf steirischer Seite im Einsatz. Bis 2029 wird die Tunnelkette Pack mit den Tunneln Herzogberg, Mitterberg und Kalcherkogel generalsaniert, rund 260 Millionen Euro werden für das gigantische Projekt in die Hand genommen. Nun ist der erste Bauabschnitt mit der Sanierung der ersten Röhre des Herzogbergtunnels in der Endphase.

„Die Installation der Elektrik und der Sicherheitseinrichtungen ist so gut wie abgeschlossen, auch die neuen Lüftungsanlagen sind installiert. Die nächsten großen Schritte bis zur Inbetriebnahme sind dann die behördlichen Abnahmen“, erklärt Autobahnmeister Markus Bratschko von der Autobahnmeisterei Unterwald. Bis spätestens im November die Tunnelröhre für den Verkehr freigegeben und die Sanierung der zweiten Röhre in Angriff genommen wird, müssen auch noch interne und externe Brandversuche durchgeführt werden.

Der sanierte Herzogbergtunnel – Röhre 1

Welche Dimension die Baustelle zwischen Herzogbergtunnel und Anschlussstelle Pack hat, ist für die Verkehrsteilnehmer gar nicht zu erfassen. Denn neben den Arbeiten direkt auf der Südautobahn selbst gibt es auch zahlreiche Projekte im näheren Umkreis der A2. „Seit der Inbetriebnahme sind zahlreiche Umweltauflagen strenger geworden, deswegen umfasst die Sanierung auch die Anpassung der Infrastruktur an die aktuellen Vorgaben“, sagt Bratschko. So werden derzeit insgesamt sechs große und mehrere kleine Gewässerschutzanlagen errichtet, in denen das gesamte Abwasser von der Autobahn gesammelt und gereinigt wird.

Nicht nur die Röhren der Tunnelkette Pack und die Gewässerschutzanlagen stehen auf dem Sanierungsplan, auch zahlreiche Brücken sind Teil des gigantischen Bauprojekts. Während der Unterboden der Autobahnbrücken auf der Fahrbahn Richtung Villach gerade mit Teerpappe versiegelt wird, zeigt sich die Brücke bei der Anschlussstelle quasi nackt, zwischen der Brücke und der Abfahrt Modriach klafft eine große Lücke.

Die Sanierung dieses Bauwerks ist auch einer der Gründe, weshalb die Zu- und Abfahrt Modriach bis Ende November komplett gesperrt ist. Sie dient außerdem als Zu- und Abfahrt für die Baufahrzeuge, was sich laut Bratschko als „goldrichtige Entscheidung“ herausgestellt habe.

Mit dem Start der Sommerferien am 11. Juli in der Steiermark und in Kärnten wird in dem Nadelöhr im Packabschnitt natürlich mit besonders viel Verkehr gerechnet. „Wir sind in der Autobahnmeisterei und in der Verkehrsmanagement-Zentrale Plabutsch verstärkt im Einsatz, falls es zu Problemen kommen sollte.“

Zudem sind im Abschnitt zwischen Assingbergtunnel und Beginn des Baustellenbereichs drei intelligente Anhänger aufgestellt, die je nach Verkehrsaufkommen und in Abstimmung mit den Leitstellen den Verkehrsfluss lenken und gewährleisten sollen. „Man muss aber zum Ferienbeginn natürlich mit Blockabfertigung bei den Tunneln im Packabschnitt rechnen“, betont Bratschko.

Auf Wartezeiten einstellen

Die Asfinag appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, sich auf Wartezeiten einzustellen. „Wichtig ist, die Reiseroute unbedingt vor der Abfahrt zu prüfen, das kann man am besten über die kostenlose Asfinag-App oder driveaustria.info tun. Zudem sollte man unbedingt vor Reiseantritt einen Fahrzeug-Check machen und Reifendruck, Öl, Scheibenwasch-, Kühl- und Bremsflüssigkeit prüfen. Und bitte nur ausgeschlafen ans Steuer setzen“, betont Pressesprecher Walter Mocnik.

Die Asfinag erinnert auch an das richtige Beladen, schwere Koffer unten und leichtes Gepäck oben einladen – dieses darf aber nie über die Oberkante der Rücksitzlehne ragen, sonst wird es bei einem Bremsmanöver zum gefährlichen Geschoss. Im Fahrzeug sollten auch immer leichte Mahlzeiten und Getränke mitgeführt werden.

Übrigens wird aktuell nicht nur im Packabschnitt selbst gearbeitet, auch zahlreiche Arbeiten wie Mähen oder die Erneuerung von Beschilderungen werden aktuell durchgeführt. „Bereits abgeschlossen ist die Neuasphaltierung der Fahrbahn zwischen Mooskirchen und Steinberg“, erzählt Bratschko.