Drohnenaufnahmen werden mittlerweile in vielen Bereichen verwendet: zum Suchen von vermissten Personen, bei Hochwasserereignissen aber auch bei Bauprojekten oder zum Erkennen von Hitzeorten in der Stadt mithilfe einer Wärmebildkamera. Wer eine Drohne verwendet, muss sich aber an gesetzliche Vorschriften halten: Einen Drohnenführerschein braucht man für Geräte ab 250 Gramm. In gewissen Flugbereichen wird eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörde benötigt. Es gibt auch Bereiche, in denen kein Drohnenflug erlaubt ist, etwa in der Nähe von Flughäfen. Hier kommt ein österreichweit einzigartiges Pilotprojekt ins Spiel, an dem sich die Stadt Klagenfurt beteiligt. Das Projekt „Digital Sky Austria“, finanziert vom Bundesministerium für Finanzen – genaue Projektkosten wurden bei der Präsentation am Dienstag im Klagenfurter Rathaus nicht genannt - ermöglicht es Klagenfurter Privatpersonen und Unternehmen Drohnenflüge online zu buchen.
Drohne ohne Pilot
Die Drohne fliegt ohne Pilot voll automatisch. Das zuständige Unternehmen „Dronetech Austria“ hat seinen Sitz in Linz. Die Kosten, etwa für ein Vermessungsbild, beginnen bei 150 Euro. Derzeit können Flüge in einem jeweiligen Flugradius von einem Kilometer beim Gewerbepark in Viktring und bei der Kläranlage, in der Nähe des Südrings, gebucht werden. „Das Ziel ist es aber, dass wir Klagenfurt großflächig abbilden können“, sagt Günter Koren, Abteilung von Vermessung und Geoinformation. Er erhofft sich, dass die Stadt zukünftig schneller bei Umweltkatastrophen reagieren kann. „Außerdem können wir so kontrollieren, ob die Klimamaßnahmen, die wir setzen, beispielsweise das Pflanzen von Bäume bei Hitzeorten, funktionieren“, sagt er.
Derzeit gibt es für jene beiden Gebiete eine Erlaubnis der Luftfahrtbehörde „Austro Control“. „Ich gehe davon aus, dass wir den Radius in den nächsten ein bis zwei Jahren auf fünf Kilometer erweitern können“, sagt Felix Eicken, Chief Operating Officer bei Dronetech Austria, zuständig für das Drohnenprojekt in Klagenfurt. Die Drohne erstellt Fotografien und eine 3D-Aufnahme eines gewünschten Gebietes. Die Drohnenflüge kann man zukünftig auf einer Online-Plattform buchen. Derzeit können Buchungen bei der Stadt Klagenfurt oder beim Unternehmen Dronetech angemeldet werden.
Fallschirm für den Notfall
Und was tun, wenn die pilotlose Drohne technische Schwierigkeiten hat? „Die Drohne ist mit einem Fallschirm ausgerüstet, damit sie sicher landen kann“, sagt Eicken.
„Bessere Daten, bessere Entscheidungen“
„Während andere Städte noch über Digitalisierung reden, hebt die Stadt Klagenfurt bereits ab“, zeigt sich Finanzreferentin Constance Mochar (SPÖ), zuständig für Vermessung und Geoinformation, erfreut über das Projekt. Sie möchte die Drohnenaufnahmen auch beim Erhalt der Straßen und Brücken der Landeshauptstadt einsetzen. „Schäden an Straßen und Brücken können so gefunden werden, bevor teure Sanierungen notwendig sind. Früher hat man Wochen und Monate auf Vermessungsdaten warten müssen, durch die Drohnenaufnahmen sind wir viel schneller. Wer bessere Daten hat, kann bessere Entscheidungen für die Stadt treffen“, sagt sie. Nach dem Pilotprojekt soll es mehrere Drohnenstandorte und einen erweiterten Flugradius geben.