Das neue Umspannwerk Aich soll in der Gemeinde Schiefling am Wörthersee entstehen. Das Projekt soll die Stromversorgung in der Region Wörthersee und Rosental stärken und zusätzliche Kapazitäten für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien schaffen. Das neue Umspannwerk ist ein Teil des sehr umfangreichen, mehrjährigen Investitionsprogramms der Kärnten Netz. Geplant sind Investitionen von rund 11,5 Millionen Euro. Davon entfallen 7,5 Millionen auf das Umspannwerk, weitere 4 Millionen Euro auf den Ausbau des Mittel- und Niederspannungsnetzes. Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren. „Nach Vorliegen aller Bewilligungsbescheide möchten wir im Jahr 2027 mit den Bauarbeiten beginnen, die bis Ende 2028 andauern werden“, sagt Geschäftsführer Michael Marketz.
„Der schrittweise Ausstieg aus fossiler Energie erfordert sowohl den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern als auch Investitionen in das Stromnetz auf allen Spannungsebenen“, begründet Reinhard Draxler, seines Zeichens Vorstand der Kelag, den millionenschweren Ausbau. „Mit dem Umspannwerk Aich machen wir das Stromnetz im Raum Wörthersee und Rosental fit für die kommenden Jahrzehnte, denn wir sind mitten in der Energiewende. Unsere Kundinnen und Kunden werden mehr Strom für Wärmepumpen für die Raumheizung und für E-Autos benötigen und gleichzeitig auch mehr Strom aus PV einspeisen. Genau darauf richten wir das Stromnetz aus.“ Man gehe von einer Verdoppelung des Stromverbrauchs bis zum Jahr 2040 aus. „Umspannwerke sind hier entscheidend, weil sie letztendlich die Energie zu den einzelnen Kunden in Kärnten transportieren können“, ergänzt Marketz.
Bereits im Vorfeld sorgte das Projekt für heftige Kritik seitens der Anrainerinnen und Anrainer. So zeigte sich beispielsweise Veldens Vizebürgermeister und Umweltreferent Markus Fantur (SPÖ) über die bisherige Kommunikation verwundert. Auch wenn der Standort in der Nachbargemeinde Schiefling liege, sei die Gemeindegrenze in unmittelbarer Nähe. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was genau geplant ist“, sagte Fantur in einem Interview mit der Kleinen Zeitung Mitte Juni und forderte eine rasche und umfassende Information über das Vorhaben und seine Auswirkungen.
Nach Angaben der Kärnten Netz wurde bei der Standortwahl auf ein besonderes Augenmerk auf möglichst geringe Auswirkungen auf Anrainerinnen und Anrainer sowie auf das Landschaftsbild gelegt. Das Umspannwerk wird in ausreichender Entfernung zu bewohnten Objekten errichtet und wird aufgrund seiner Lage kaum einsehbar sein. Gleichzeitig wurde der Standort bewusst unter einer bestehenden 110-kV-Leitung gewählt. Dadurch seien keine zusätzlichen Hochspannungsleitungen erforderlich. Die neuen Leitungen im Mittelspannungsnetz sollen außerdem dazu beitragen, die Stromversorgung im Fall von Störungen schneller umleiten zu können.