Sie zählen zu den Prestigeprojekten der steirischen Gesundheitspolitik: Gesundheitszentren, in denen Ärztinnen und Ärzte mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten und damit eine breite Versorgung anbieten. 26 solcher Zentren gibt es derzeit in der Steiermark. Bis Ende 2026 sollen noch vier weitere aufsperren, nämlich in Hart bei Graz, auf der Laßnitzhöhe, in Lieboch und in Fürstenfeld (mehr dazu lesen Sie hier). Jenes in Hart bei Graz geht bereits am 1. Juli in Betrieb. Drei weitere Standorte wurden nun beschlossen: In Gleinstätten, Bad Radkersburg und Murau sollen ebenfalls Gesundheitszentren entstehen. „Bei den Gesundheitszentren sind wir damit nach Wien Nummer 2 in Österreich“, betonte Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl im Rahmen der Pressekonferenz zu 20 Jahre steirischer Gesundheitsfonds.

Das Jubiläum nahmen die Politik – Kornhäusl und FPÖ-Klubobmann Marco Triller – gemeinsam mit der steirischen ÖGK-Chefin Beatrice Erker und den Gesundheitsfonds-Geschäftsführern Michael Koren und Gernot Leipold zum Anlass, zurück und nach vorn zu blicken. Zurück einerseits auf die Anfänge des Gesundheitsfonds im Jahr 2006, als das Budget noch 733 Millionen Euro umfasste und der Fonds 14 Mitarbeiter beschäftigte. Heute, 20 Jahre später, ist es ein Budget von 2,7 Milliarden Euro, das von 48 Mitarbeitern verwaltet wird.

Weitere Kooperationen geplant

Neben den Gesundheitszentren listet man auch E-Health-Angebote wie HerzMobil oder die Teledermatologie als Erfolgsgeschichten auf, die auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden sollen. Auch die Spitalskooperationen über die Bundesländergrenzen hinweg sollen ausgebaut werden: Nach Oberösterreich wurde nun auch eine Kooperation mit Salzburg für den Raum Schladming vereinbart.

6,8 Millionen Euro werden in kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung von 2027 bis 2030 investiert; weitergeführt wird die Caritas Marienambulanz in Graz, für Menschen ohne Krankenversicherung: Rund 2500 Patientinnen und Patienten werden hier pro Jahr versorgt; die Kooperation mit der AUVA – Stichwort UKH Graz – wurde vertraglich fixiert, vor allem um dort auch weiterhin orthopädische Eingriffe an Hüfte oder Knie durchführen zu können.

Mehr Kompetenzen für 1450 gefordert

Ebenfalls in der Verantwortung des Gesundheitsfonds liegt das Gesundheitstelefon 1450, wo derzeit 97.000 Anrufe pro Jahr abgewickelt werden. Eine Zahl, die ausbaufähig ist, vor allem wenn man mit der Telefon-Hotline eine echte Lenkung der Patienten im System erreichen will. Das gestehen auch die Verantwortlichen ein: Koren hofft hier auf eine gesamtösterreichische Lösung, um 1450 mit mehr Kompetenzen (z. B. direkte Terminvergabe bei niedergelassenen Ärzten oder für Krankenhaus-Ambulanzen) auszustatten. Lohnend ist aber auch der Blick nach Wien, wo das Gesundheitstelefon bereits intensiv ausgebaut ist – Landesrat Kornhäusl kündigte diesbezüglich an, sich in der Bundeshauptstadt ein Bild machen zu wollen.

Noch einmal zurück zu den Gesundheitszentren: Auf Nachfrage stellte Kornhäusl fest, dass es für ihn „egal“ sei, ob die Zentren von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten oder von Krankenanstalten betrieben werden. So werden etwa die Frauengesundheit Rottenmann oder die Kindergesundheit Deutschlandsberg von der Kages, also der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft, betrieben; auch Ordenshäuser wie die Barmherzigen Brüder oder die Elisabethinen haben dort Gesundheitszentren übernommen, wo die Kassenstellen anders nicht zu besetzen waren.