„Auf geht’s Österreich, kämpfen und siegen“, natürlich der Klassiker „Immer wieder Österreich“ oder „Wir singen Rot, wir singen Weiß, wir singen Rot-Weiß Österreich“. Es sind vertraute Klänge, welche die Ohren erreichen, aber das Ambiente ist doch ein komplett anderes. Temperaturen knapp unter 30 Grad, strahlender Sonnenschein, blauer Himmel – bessere Bedingungen hätten die rot-weiß-roten Fans nicht vorfinden können, um sich auf Österreichs Comeback auf der Weltbühne des Fußballs nach 28 Jahren gegen Jordanien einstimmen zu können.
Der Treffpunkt am Democracy Way wurde vermutlich ausgewählt, weil es nur wenige Minuten Fußmarsch bis zum Stadion in Santa Clara sind, im Rahmen dieses Turniers San Francisco Bay Area Stadion genannt. Aber in Zeiten wie diesen könnte man zumindest eine versteckte Botschaft reininterpretieren. Wobei: Auch der „Kaiser von Österreich“ schaute vorbei. Mit bürgerlichem Namen heißt er passenderweise Karl, wie es brave „Habsburger“ nun mal an sich haben, Vorname Christoph. Aus Scheibbs kommend ist der Besuch aller drei Vorrundenspiele geplant. Für den Auftakt gegen Jordanien tippt er auf ein 2:0 dank Treffer von Michael Gregoritsch und Marcel Sabitzer.
Auf steirische Torschützen setzen auch Frank und Dominik, die aus dem Murtal den Weg nach Kalifornien gefunden haben. Sie rechnen mit einem 5:0-Kantersieg der Auswahl von Ralf Rangnick – inklusive eines Triplepacks von Sabitzer. Auch die Vermutung, dass Romano Schmid und Gregoritsch die weiteren Treffer erzielen, ist stark lokalpatriotisch angehaucht.
Doch nicht nur Anhänger, die das Erlebnis WM mit einem US-Urlaub verbinden, haben den Weg ins Stadion gefunden. Auch auffällig viele in den Vereinigten Staaten lebende Auslands-Österreicher nutzten die Gelegenheit, um quasi zu ihren Wurzeln zurückzukehren und ihr Heimatland anzufeuern. So wie Max, der in St. Pölten geboren wurde, aber im Kindesalter mit der Familie nach Los Angeles auswanderte. Das Jordanien-Spiel bot zudem die Gelegenheit, Sohn Leo mit dem ÖFB-Team vertraut zu machen. Er war jedenfalls schon sehr „excited“.
Mario ist mit seiner Frau Jennifer und Tochter Anna extra aus Maryland angereist. „Das ist ein einmaliges Erlebnis, da muss man dabei sein. Wir sind noch tief verwurzelt mit Österreich“, erklärt Mario 30 Jahre nach dem Auswandern in die USA. Was alle ÖFB-Fans vor dem Stadion einte? Der Glaube, dass Team Österreich seiner Favoritenrolle gerecht wird. An einen Umfaller wagte kein einziger Fan zu glauben.