Viele können sich noch an die verheerenden Bilder aus dem Jahr 2018 erinnern: Der Hauptplatz in Voitsberg stand bei einem Unwetter binnen weniger Minuten unter Wasser. Dieses Szenario soll das Rückhaltebecken Tregistbach verhindern. Bei dem massiven Bauwerk handelt es sich um den Lückenschluss im Hochwasserschutz für die Voitsberger Innenstadt. Für die Planung des Projekts wurde in der Voitsberger Gemeinderatssitzung am Montagabend einstimmig die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 100.000 Euro bei der Sparkasse Voitsberg-Köflach als Bestbieter beschlossen.
Um die wasserrechtliche Bewilligung wurde bereits angesucht. „Wenn diese da ist, können wir bei Land und Bund vorstellig um Fördermittel ansuchen“, betont Bürgermeister Bernd Osprian. Errichtet werden soll ein Rückhaltebecken inklusive Damm. Dafür wären massive Erdarbeiten notwendig, auch die Zangtalerstraße müsste in einem Teilbereich leicht versetzt werden. Vom Bau betroffen wäre auch der Hundeabrichteplatz des Roten Kreuzes, eine Ersatzfläche hat die Stadtgemeinde für diesen Fall aber bereits zugesagt. Ein Zeitplan für das Projekt kann noch nicht genannt werden, betont Osprian: „Das hängt auch von der Priorisierung durch die Förderstellen ab.“
Vizebürgermeister Markus Leinfellner (FPÖ) hakte in der Gemeinderatssitzung nach, ob es nicht genügen würde, den zugewachsenen und teilweise verklausten Tregistbach und das vorhandene Becken freizulegen? „Ein richtiges Becken ist das eigentlich nicht“, betont Stadtamtsdirektor Gernot Thürschweller, der zusichert, dass der aktuelle Zustand in den nächsten Tagen begutachtet werde. „Der Tregistbach ist der letzte, wo noch kein Hochwasserschutz errichtet wurde.“ Ein Darlehen in Höhe von 150.000 Euro wurde auch für Straßen- und Brückensanierungen im heurigen Jahr aufgenommen, der Beschluss fiel einstimmig.
Gesellschaften machten mehr Gewinn
Beschlossen werden musste am Montag auch ein Nachtragsvoranschlag für 2026, und das aus erfreulichem Anlass. Denn der Haushalt der Stadtgemeinde Voitsberg fällt besser als erwartet aus. Wurde ursprünglich mit einem Minus von knapp zwei Millionen Euro budgetiert, dürfte das Ergebnis nun gleich um 1,3 Millionen Euro besser ausfallen. Dazu tragen mehrere Faktoren bei. „Die Gewinnausschüttung der Stadtwerke und des Weststeirischen Saubermachers sind um 376.000 Euro höher ausgefallen. Bei den Kinderbetreuungseintrichtungen war der Aufwand um 110.000 Euro geringer. Durch eine Neuausrichtung bei der EDV wurden 65.000 Euro gespart, eine Einsparung von 62.000 Euro gelang beim Strom“, rechnet Osprian vor. Durch weitere Einsparungen (Hauskrankenpflege: 20.000 Euro) und die Aufschiebung von Investitionen (Betreutes Wohnen: 20.000 Euro) sowie viele kleine Einsparungen ergibt sich die Gesamtsumme von 1,3 Millionen Euro.
Die FPÖ lobt zwar den Sparwillen, Leinfellner übt aber trotzdem Kritik: „Der Haushalt ist auch weiterhin nicht ausgeglichen.“ Zumindest Lob für die aktuelle Situation findet Stadtrat Hannes Buchhauser (ÖVP): „Das ist grundsätzlich der richtige Weg, aber es gibt schon noch Potenzial zum Sparen. Wir finden den Schritt aber sehr gut und stimmen als ÖVP deshalb erstmals seit 2020 einem Nachtragsvoranschlag zu.“ Mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP wurde der Tagesordnungspunkt angenommen – Sabine Wagner von der KPÖ, der freie Mandatar Martin Hittaler und die FPÖ-Fraktion stimmten dagegen.
Im Rahmen der Debatte ums Sparen verkündete Osprian auch, dass die Wohnanlage Burggasse 24/26 verkauft werden soll. „Das ist in guten Bahnen, es gibt Interessenten. Im Lauf des Herbstes sollte alles finalisiert werden“, glaubt Osprian.