Im Jahr 2024 unterschrieb Lukas Haudum, bis dahin beim KAC unter Vertrag, einen gut dotierten Kontrakt bei den Graz99ers bis 2027. Einen, der ihm auch den nächsten Karriereschritt mittels Ausstiegsklausel in europäische Topligen ermöglichte. Genau davon machte der Linzer nun Gebrauch, geht nach Finnland zu TPS Turku. Und nun spricht Haudum auch erstmals ausführlich über sein zweites Auslandsabenteuer nach mehreren Jahren in Schweden.
„Es waren turbulente zwei, drei Tage. Länger habe ich von der Möglichkeit des Wechsels auch nicht gewusst“, gibt Haudum zu und fügt an: „Ich bin eigentlich von nichts mehr ausgegangen, habe mit einem Verbleib bei den 99ers gerechnet. Als ich hörte, dass es Interesse gäbe, musste ich erst einmal abchecken, ob die Frist für die Ausstiegsklausel überhaupt noch läuft.“ Doch dann ging plötzlich alles ganz schnell, wie er ausführt: „Wir hatten gleich einen Videocall, wo auch der Headcoach Toni Söderholm (früher u. a. RB München, SC Bern, DEB-Teamchef, Anm.) dabei war. Begeistert hat mich sofort, dass sie mich unbedingt wollten. Ich hatte nicht das Gefühl, ich wäre eine von mehreren Möglichkeiten, sondern die erste Wahl.“ Und in diesem Tempo tüteten die Finnen den Deal dann auch ein. „Noch am selben Abend kam ein Angebot. Eines, von dem ich auch überrascht war, dass es so gut ist“, sagt Haudum, der nach kurzem Abwägen zusagte.
In Finnland erwartet Haudum ein Spiel, das ihm gut zu Gesicht stehen sollte. „Ich bin ein guter Eisläufer, kann in dem Punkt sicher mithalten. Es ist, denke ich, ähnlich wie in Schweden, vielleicht ist das Niveau nicht durchgängig so hoch wie in der SHL, aber es wird schnell und intensiv“, schätzt Haudum, der die weiteren Details rund um den Umzug in den hohen Norden und den Trainingsstart am Montag klären wird. „Ich will dort eine geile Rolle im Team spielen“, freut er sich.
Graz? „Die schönste Zeit meiner Karriere“
Dass ein Abschied aus Graz auch kein „Auf Wiedersehen für immer“ sein muss, betont Haudum ebenso. In der ICE-Liga war er jahrelang eine der prägendsten Figuren. „Schauen wir einmal, wie es im Ausland läuft. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich irgendwann wieder eine Möglichkeit in Österreich“, sagt der 29-jährige Center, der sich an Graz immer erinnern wird: „Das war die schönste Zeit jemals in meiner Karriere.“