Mitten am Grazer Griesplatz konnten Passanten und Passantinnen am Dienstag erfahren, mit welcher Agenda die Grünen in die Grazer Gemeinderatswahl am 28. Juni gehen. Parteichefin und Vizebürgermeisterin Judith Schwentner hatte nicht nur zum Pressetermin, sondern auch zur „offenen Sprechstunde“ geladen. „Das soll signalisieren, dass wir die Stadt gemeinsam mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern weiterentwickeln wollen“, unterstrich die grüne Spitzenkandidatin.
Die Vizebürgermeisterin nutzte den Termin, um einen ersten Einblick in die 40 Zukunftsziele zu geben, die sie mit ihrer Partei unter dem Motto „Grün macht Graz“ umsetzen möchte. Die Botschaft Schwentners ist die gleiche wie jene der anderen Grazer Parteichefs so kurz vor der Wahl: Ob die Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden können, werden die Wählerinnen und Wähler in der Wahlkabine entscheiden. „Graz verändert sich, die Frage ist nur in Richtung Grün oder Grau“, so Schwentner.
Hitzeinseln wie den Griesplatz umgestalten
Der Kurs, den man in der „Stadt von morgen“ einschlagen möchte, überrascht nicht. Grüner soll Graz werden, nicht zuletzt um für Hitze und Extremwetter noch besser gerüstet zu sein. „Wir haben es in dieser Periode geschafft, täglich einen Baum zu pflanzen, in der kommenden Periode sollen es drei täglich werden“, kündigt sie an. Besonders Hitzeinseln wie Griesplatz, Jakominiplatz und Europaplatz sollen Schritt für Schritt neu gedacht und teils entsiegelt werden. Für die Umgestaltung des Griesplatzes hat man ja kürzlich das Projekt vorgestellt, das sich beim Gestaltungswettbewerb durchgesetzt hat. Entlang der Mur können sich die Grünen verkehrsberuhigte Promenaden vorstellen, eine neue Kajakstrecke ist auf der Liste der Ideen zu finden. Ohne sie direkt anzusprechen, weist Schwentner die jüngst vorgestellten Ideen der ÖVP für die tiefgreifende Umgestaltung der Murufer im Stadtzentrum erneut zurück.
Öffi-Ausbau und starke Grätzelzentren
„Bims statt Stau“ heißt die Devise der Partei in Sachen Mobilität. Die Linie 8 über den Griesplatz, die Linie 2 vom Bahnhof zur Uni und eine generelle Erhöhung der Öffi-Kapazität um 30 Prozent, dazu der Ausbau der Nachtbuslinien und die Einführung von Bike-Sharing gehören zu den 40 Zielen auf dem Wahlprogramm der Grünen. Stadtteilzentren wie der Griesplatz oder der Andritzer Hauptplatz sollen so gestärkt werden, dass das Konzept der 15-Minuten-Stadt lebbar wird, in der wichtige Ziele für das tägliche Leben schnell erreichbar sind. „Grätzel statt Durchfahrtsorte“ schreibt man sich auf die Fahnen. Leistbare Energie, Ausbau der Kinderbetreuung, ein möglicher Fahrradweg in der Mandellstraße, mehr Schulstraßen und Primärversorgungszentren, mehr Aufenthaltsqualität in der Innenstadt – das Wahlprogramm lässt kein Thema aus. Schwentner: „Die Weichen wurden in den letzten Jahren gestellt, wir möchten das fortsetzen. Wir bauen keine Luftschlösser, sondern arbeiten an Verbesserungen in allen Bezirken, die den Alltag der Menschen leichter machen.“