Unzureichende Beschilderung kann man der Firma Avantpark Parking Solutions Österreich GmbH am Parkplatz bei der Schwarzkoglerhütte am Klippitztörl nicht vorwerfen. Alle paar Meter steht dort neuerdings eine Tafel: „kostenpflichtiger Privatparkplatz – Bezahlung nur per Park-App“. Aber die 95 Euro Strafe, die ein älteres Ehepaar, das dort seit Jahren verkehrt, unlängst berappen musste, scheinen doch gesalzen. Zumal das Bezahlen per App für weniger Smartphone-Versierte eine Hürde darstellt.

© Gerfried Ambrosch

„Ich habe ein altes Handy nur zum Telefonieren und für WhatsApp-Nachrichten“, sagt die 70-jährige Betroffene. Angesichts der niedrigen Pension ihres 71-jährigen Gatten täten die 95 Euro schon sehr weh. Und das für lediglich eine Stunde und 25 Minuten parken: die Dauer ihres Almspaziergangs. Die Beschilderung sei „nicht offensichtlich“. „Es war nur ein anderes Auto dort, und bei dem haben wir in die Windschutzscheibe geschaut, ob ein Parkzettel drin liegt.“

Dem war nicht so, denn das System funktioniert mit automatischer Kennzeichenerkennung über Kameras. Also marschierten die beiden los, um keine zwei Wochen später Post mit einer Zahlungsaufforderung zu erhalten. Dieser leiste man nach dem ersten Schock Folge, drohte das Schreiben doch mit „weiteren Mahngebühren“.

Kennzeichenerkennung mit Kameras
Kennzeichenerkennung mit Kameras © Gerfried Ambrosch

Manfred Stückler, Betriebsleiter am Klippitztörl, findet die derzeitige Situation auch nicht ideal, kritisiert aber: „Die Leute lesen keine Schilder mehr.“ Auch sei das Bezahlen per App mittlerweile weitverbreitet und keine Altersfrage. Man versuche dennoch, „einen Parkautomaten zuwege zu bringen“, ergänzt Stückler.

Manfred Stückler
Manfred Stückler © KK/Privat

Zudem sei man mit der Avantpark im Gespräch, den Tarif zwischen 1. April und 30. November von generellen zwei Euro pro Tag auf drei Stunden gratis und danach fünf Euro pro Tag zu ändern. „Wir wollen dabei nichts verdienen“, so Stückler. Man bekomme auch keine Pacht, müsse sich dafür aber so nicht selbst ums Parkplatzmanagement kümmern. Zwischen 20 und 7 Uhr gilt ein Nachtparkverbot.

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Ob das empfindliche Entgelt bei Verstößen künftig gesenkt wird, bleibt offen. Zumindest einen Präzedenzfall gibt es: Voriges Jahr senkte die Avantpark dieses für den Parkplatz beim Rondo in St. Kanzian am Klopeiner See nach unserem Bericht auf Drängen des Inhabers von 100 auf 60 Euro.