Zur Unzeit vor dem Wahlkampfauftakt haben die Reibereien in der Grazer FPÖ angehoben. Wie berichtet, sollen Mitglieder der Stadtleitung Putschstimmung verbreitet haben. Nach der Wahl wollte man den Parteichef Axel Kassegger abmontieren und Spitzenkandidat René Apfelknab, der bei der Wahl einen Stadtratssessel erobern wird, nachrücken lassen. Nicht weil die Kollegen ihn für die beste Wahl halten, sondern weil sie Kassegger, der sich nicht um die Grazer Partei kümmere, los werden wollten, heißt es hinter den Kulissen. Wie berichtet, hat Landesparteiobmann Mario Kunasek die zwei mutmaßlichen Drahtzieher des Putschversuchs, die Vizeparteichefs Bernhard Dohr und Fabian Gutschreiter ausschließen lassen.

Doch es brauchte mehr, um Kassegger wieder mit einer Mehrheit in der Stadtleitung auszustatten: Zwei Rücktritte oder viel mehr Amtsübergaben. Apfelknab, Obmann der FPÖ-Straßgang, übergab seine Bezirkspartei genauso wie der Liebenauer Obmann, Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Günter Wagner, wie dieser gegenüber der Kleinen Zeitung bestätigt hat. Die offizielle Begründung: Sie planen, sich mit voller Kraft dem Wahlkampf zu widmen, da bleibe keine Zeit, die Bezirksparteien zu führen.

Insider stellen das anders dar: Wagner bleibt Kraft seines Mandates Mitglied der Stadtleitung, Apfelknab auch, weil er Vize-Obmann der FPÖ Graz ist. Beide sind Kassegger treu, so wie ihre Nachrücker Wolfgang Pototschnik in Liebenau und Jürgen Klug in Straßgang. So hat man zwei Kritiker ausgeschlossen und die Zahl der Kassegger-Getreuen in der Stadtleitung aufgestockt.