Im ATV-Format „Forsthaus Rampensau“ war er 2024 noch samt Butler im Helikopter angereist, hatte mit 500-Euro-Scheinen um sich geschmissen und Käse und Champagner verteilt – „schließlich der beste Durstlöscher“, wie der selbsternannte „President of Decadence“ gegenüber RTL anlässlich seiner „Protz-Hochzeit“ in Südtirol verriet.
Jetzt musste Roland Ludomirska für seine beiden „Crazy Cheese Manufacture“-GmbHs mit Sitz in Hart bei Graz jeweils ein Konkursverfahren beantragen. Wie der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) berichtet, stehen Passiva von 191.000 Euro bzw. 167.000 Euro Aktiva von 24.000 Euro bzw. 8.000 Euro gegenüber. Elf Gläubiger sind betroffen. Alle Geschäfte wurden mittlerweile geschlossen. Die schuldnerischen Gesellschaften beabsichtigen keine Sanierung, auch die Unternehmen haben ihren Betrieb bereits eingestellt.
Sieben neue Standorte in der Pandemie
Die Hauptursache für die wirtschaftlichen Probleme sollen laut Schuldnerangaben Folgen der Covid-19-Pandemie sein: Noch 2020 hatte man sich dafür entschieden, gleich sieben neue Standorte zu eröffnen – die aber während der Lockdowns schnell wieder geschlossen werden mussten. Auch umfangreiche Einsparungs- und Sanierungsmaßnahmen halfen nicht, die wirtschaftliche Situation verschlechterte sich in den Folgejahren kontinuierlich. Vor allem ab 2026 lief das Geschäft mit exklusiven Käsesorten nicht mehr. Letztlich scheiterten die zwischenzeitlich eingeleiteten Sanierungsbemühungen, die Geschäfte wurden geschlossen.
Davor hatte es Roland Ludomirska, der als Marktverkäufer unter anderem auf der Grazer Messe begonnen hat, durchaus mit Erfolg geschafft, Käse als Lifestyle- und Luxusprodukt zu etablieren. In Zusammenarbeit mit niederländischen Bauern hatte er außergewöhnliche Käsesorten mit bunten Farben und speziellen Veredelungen geschaffen.
Das Unternehmen „Crazy Cheese Manufacture“ stand in der Vergangenheit aber auch mehrfach in der Kritik. „Günstige Angebote locken die Kundschaft an, auf der Rechnung kam dann aber die böse Überraschung. Beim Verkauf, vor allem an Messeständen oder bei Events, soll deutlich mehr Käse portioniert und verrechnet worden sein, als die Kundinnen und Kunden wünschten“, berichtete etwa der Verein für Konsumenteninformation. In Wien sorgte ein Fall für große Aufregung, als eine Frau 240 Euro für eine Käsescheibe bezahlen sollte und den Wucher publik machte.