Die letzte Sichtung gab es am 2. Mai kurz nach seiner Freisetzung – seitdem herrscht Rätselraten um „Timmy“, dem über Wochen zum Spektakel gewordenen Buckelwal. Chaotisch anmutende Rettungsversuche, viele offene Fragen und gegenseitige Vorwürfe direkt oder indirekt Beteiligter. Daueragitation in sozialen Medien. Wal ohne Wahl in einer am Ende würdelos wirkenden Odyssee.

„Timmy“ in misslicher Lage vor Timmendorfer Strand am 26. März
„Timmy“ in misslicher Lage vor Timmendorfer Strand am 26. März © IMAGO

Experten gehen davon aus, dass der Meeressäuger den Weg alles Irdischen ging – Peilsenderdaten, die das widerlegen würden, gibt es nicht. Mensch wollte exemplarisch einen Wal retten, doch in Wahrheit gibt es Zehntausende „Timmys“.

Wer lenkt die Debatte endlich und ehrlich auf das Große? Jedes Jahr landen rund 20 Millionen Tonnen Plastik im Ozean. 300.000 Wale und Delfine ersticken qualvoll in Fischernetzen. „Timmy“ hat von größeren Schutzgebieten, wie es sie seit Jahrzehnten brauchen würde, wohl nichts mehr – unzähligen anderen Meeresbewohnern könnten diese indes das Überleben sichern.