Die kühle Luft riecht nach Wald, nach Wasser und frischer Erde. Umringt von hohen Nadelbäumen, die vor der Sonne abschirmen, ist das Haus am Eingang der Raggaschlucht in Schmelzhütten bei Flattach in der warmen Jahreszeit nicht nur der Ausgangspunkt für eine erfrischende Tour entlang der beeindruckend zerklüfteten, teils überhängenden Felswände, sondern auch ein beliebter Treffpunkt bei Einheimischen auf einen Kaffee oder ein kühleres Getränk. Hier schafft die Natur scheinbar ein ganz eigenes Klima. „Für viele ist die Raggaschlucht ein Kraftplatz“, sagt Anita Hinz. Auch für sie.
Immerhin betreibt die Pensionistin seit zwölf Jahren über die Sommermonate den Kiosk und ist neben Gabriele Broschek-Noisternig, die seit etlichen Jahren die Besucher an der Kassa willkommen heißt, „die gute Seele des Hauses“, wie Bürgermeister Kurt Schober sie nennt. Bei ihr gibt es nicht nur Kaffee, sondern auch Eis, Süßigkeiten und das eine oder andere Mitbringsel. Doch heuer hat sie vor Saisonstart am Montag besonders viel zu tun und einzuräumen. Denn das Eingangshaus präsentiert sich nach einem Umbau in neuem Glanz.
Sanierung war lange geplant
366.000 Euro, maßgeblich finanziert durch Förderungen des Landes Kärnten, wurden in die bereits länger geplante Generalsanierung investiert: „Gestartet haben wir Anfang Mai 2025. Bis September wurde das Gebäude entkernt und umgebaut. Vor dem Baustellenzaun lief der Saisonbetrieb reibungslos weiter. Kassen, WC und Kiosk waren währenddessen in Containern untergebracht. Trotzdem gab es keine Beanstandungen“, schildert Schober, der sich daher bei allen Beteiligten, von der Mölltaler Architektin Patricia Egger-Weixelbraun über das Bauhof-Team unter der Leitung von Martin Gugganig bis hin zu den Arbeitern der einzelnen Gewerke, für die gute Zusammenarbeit bedankt.
Aushängeschild für das Mölltal
„Die Raggaschlucht ist ein Aushängeschild für das Mölltal und gehört zu den Top-Ausflugszielen der Kärnten Card. Jetzt passt auch das Eingangshaus wieder dazu. Es ist wirklich ein Schmuckstück geworden“, freut sich der Bürgermeister und schwärmt von der Kombination aus Holz und Metall. Auf der Terrasse vor dem Kiosk gibt es keine hinderlichen Stufen mehr, Holzliegen laden zusätzlich zum Entspannen ein. Die WC-Anlage ist größer und das Kassensystem technisch auf neuestem Stand. Man könnte die Tickets jetzt auch online kaufen und den Eintritt selbst vornehmen.
Der persönliche Kontakt solle aber nicht abgebaut werden, verspricht Schober: „Unsere Mitarbeiterinnen müssen schauen, ob das Schuhwerk der Besucher passt, sie geben Sicherheitshinweise, stehen für Fragen zur Verfügung und verleihen Bucklkraxn zum Tragen kleinerer Kinder.“
Steganlagen werden jährlich teilerneuert
Trittsicherheit ist wichtig, bevor es in die Schlucht geht, die der Raggabach über Jahrtausende in den Fels gegraben hat. Über ein Länge von 800 Metern schmiegen sich die hölzernen Steganlagen an die Wände und ermöglichen so ein beeindruckendes Naturerlebnis immer begleitet vom Rauschen des sprudelnden Bachs unter den Füßen oder den eindrucksvoll tosenden Wasserfällen.
Auch die Steganlagen müssen jährlich einer Überprüfung durch einen Ziviltechniker standhalten und daher teilerneuert werden. Heuer hat das 140.000 Euro gekostet. „Das ist jedes Jahr verschieden, je nach Witterung im Winter. Die Firma Felbermayer kontrolliert die Wände, räumt sie, wo nötig, ab und richtet die Stege“, erklärt Kurt Schober und deutet auf die helleren Stufen und Handläufe, die sich von den älteren, dunkleren abzeichnen, bevor es weitergeht durch die Schlucht. 200 Höhenmeter weiter oben am Ende angekommen, bietet sich eine Rastmöglichkeit. Retour geht es durch den Wald – auf ein Eis zum Kiosk oder eine größere Stärkung in den Gasthof Raggaschlucht ein Stückchen weiter unten.