Die vorbildhafte Umsetzung der neuen „Weberhans-Ställe“ wurde mit dem deutschen LandBauKultur-Preis ausgezeichnet. Von sechs Preisträgern war die Familie Winkler aus Hohengaß bei Millstatt die einzige aus Österreich. „Damit haben wir nicht gerechnet, dass wir für das architektonische Konzept von zwei Hühnerställen einen internationalen Preis bekommen“, lacht Sonja Hohengasser. Die Millstätter Architektin, die mit ihrem Kollegen Jürgen Wirnsberger das renommierte Architekturbüro HWA mit Sitz in Spittal und Klagenfurt betreibt, ist nicht durch Zufall zu diesem Auftrag gekommen: Sie kennt die Familie Winkler vulgo Weberhans in Hohengaß von klein auf.
Thomas Winkler, der mit seiner Frau Nadine den familieneigenen Bauernhof betreibt, hat sich entschlossen, seinen erlernten Beruf als Kunstschmied aufzugeben und sich auf die Hühnerhaltung und den Eierverkauf, den seine Mutter Margret aufgebaut hat, zu konzentrieren. Um das wirtschaftliche Standbein zu festigen, musste der Hühnerbestand erweitert werden. „Bis letztes Jahr hatten wir 400 Hühner, mit dem Bau der zwei neuen Ställe sind es jetzt 900“, erzählt Thomas Winkler. Dass er für den Bau von Hühnerställen eine Architektin beauftragte, war für ihn nicht außergewöhnlich: „Wir kennen Sonja schon lange und sie hat schon einmal bei meinem Vater angefragt, ob er nicht einen neuen Stall bauen will. Jetzt war die Zeit reif dafür.“
Die Architekten reichten die eleganten Hühnerställe, die sich inmitten einer neu angelegten Streuobstwiese befinden, für den international ausgeschriebenen LandBauKultur-Preis, der von der deutschen Stiftung Landwirtschaftsverlag initiiert ist, ein. Insgesamt wurden 79 Projekte für diesen Preis eingereicht. „Die Qualität der eingereichten Objekte war bei der sechsten Ausschreibung des Wettbewerbs so hoch wie noch nie“, freute sich die Juryvorsitzende Susanne Wartzeck, die bis Ende 2025 Präsidentin des Bundes Deutscher Architekten war. Insgesamt wurden vier Hauptpreise und zwei Anerkennungspreise mit insgesamt 30.000 Euro Preisgeld verliehen.
„Dass wir einen Preis für unsere Hühnerställe bekommen werden, wussten wir schon einige Wochen zuvor. Dass es aber einer der vier Hauptpreise wurde, haben die Bauherren erst bei der Preisverleihung in Berlin erfahren. Uns freut es besonders, dass das Engagement der gesamten Familie von der Jury gewürdigt wurde sowie die Umsetzung mit eigenem Bauholz und die nachhaltige Bauweise mit wenig Beton“, sagt Sonja Hohengasser.
Das Preisgeld in Höhe von 6000 Euro, das den Bauherren überreicht wurde, wollen sie mit den Architekten teilen. „Unser Anteil wird in die Begrünung und Bepflanzung des Auslaufs investiert“, freut sich Thomas Winkler.