65 Menschen sind in der Steiermark im Vorjahr im Straßenverkehr ums Leben gekommen, im ersten Quartal 2026 waren es 15. Da wie dort ist ein Anstieg zu verzeichnen, der aber nicht im Handumdrehen gebremst werden kann. Das ist die Erkenntnis von Maria Knauer-Lukas (Verkehrssicherheitsexpertin), Claudia Holzer (Verkehrslandesrätin) und Andreas Tropper (Landesbaudirektor), die am Dienstag das „Verkehrssicherheitsprogramm 2026+“ präsentierten.
Das meiste davon ist eine Fortsetzung bewährter Maßnahmen wie dem Aktionstheater für Volksschüler oder den „Vorhängen“ für Leitschienen von Landesstraßen, um die Folgen von Motorradunfällen zu minimieren. Das als einfallslos abzutun, wäre aber verkürzt.
E-Scooter-Lenker zum Training
Knauer-Lukas & Co. weisen gerne auf die Vorreiterrolle hin. Beispiel: Die kostenlosen Trainings für E-Bike-Fahrer haben die Steirer längst eingeführt, jene für E-Scooter-Lenker folgen im Frühsommer. Auch die für Lastenfahrräder etc. notwendigen Breiten der Radwege würden schon berücksichtigt, verweist Tropper auf Radrouten von Graz.
Zurück zu den Verkehrstoten und Unfallzahlen. Da will das Land im Herbst einen anderen Hebel ansetzen. „Wir haben schon so viele Regeln und Gesetze“, meint Maria Knauer-Lukas. Man möchte daher einen „Perspektivenwechsel einleiten“. Vereinfacht: Der Autolenker soll nicht ausblenden, wie er als Radfahrer agieren würde. Der Fußgänger soll die Sicht des Autofahrers beherzigen etc. Gelingen kann das nur langfristig.
Kein Sparen bei Sicherheit
Die Sparzwänge im Budget spielen bei der Verkehrssicherheit eine untergeordnete Rolle, beteuern Landesrätin Holzer und Robert Rast, Leiter des Referats für Straßeninfrastruktur: „Die Unfallhäufungspunkte stehen bei uns immer ganz oben“. Bei der Sicherheit würde nicht gespart.