„Schädlingsbekämpfer ist wohl für niemanden ein Traumberuf von Kindheit an“, sagt Ingo Wittmayer (54). Tatsächlich finden viele erst über Umwege in die Branche, so auch Wittmayer selbst. Vor einigen Jahren entschied er sich, seine Karriere als Küchenchef hinter sich zu lassen. Durch einen Zufall kam er mit der Schädlingsbekämpfung in Kontakt. Er absolvierte die Lehrausbildung und schloss vor zwei Jahren die Meisterprüfung ab. Heute steht er kurz vor der Eröffnung seines eigenen Unternehmens: Ab 1. Juni bietet er seine Dienste an. Der Firmensitz seines Unternehmens „Daningo“ ist in seiner Wahlheimat Wernberg.
Breites Einsatzfeld: Von Privathaushalten bis zum Gewerbekunden
Sein Angebot richtet sich sowohl an Privatkundinnen und Privatkunden als auch an Unternehmen. Während im privaten Bereich saisonale Probleme dominieren, aktuell etwa Ameisen, später im Jahr Wespen und Hornissen, und in Städten Schaben ein immer wiederkehrendes Problem sind, stehen bei gewerblichen Kundinnen und Kunden andere Anforderungen im Vordergrund. „Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten oder verkaufen, sind gesetzlich verpflichtet, ein Hygienekonzept zu führen. Dazu gehört auch die Schädlingsprävention“, erklärt Wittmayer. Monitoring und Früherkennungssysteme haben die Branche in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert: „Schädlingsbekämpfung ist ein Bereich, der sich sehr stabil entwickelt. In der Vergangenheit hat sich der Fokus aber von der Bekämpfung, die immer noch ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist, auf die Prävention verlagert“, ordnet Peter Fiedler, Berufsgruppenobmann bei der Wirtschaftskammer, ein.
Globalisierung bringt neue Herausforderungen
Die Globalisierung bringt neue Herausforderungen für Schädlingsbekämpfer mit sich: „Es treten immer mehr invasive Arten auf, die hier keine natürlichen Feinde haben“, so Wittmayer. Ein Beispiel dafür ist die amerikanische Großschabe, die er bereits selbst in Klagenfurt bekämpft hat. Ein Befall ist dabei nicht zwingend auf mangelnde Hygiene zurückzuführen. Schädlinge wie die bis zu 40 Millimeter große Schabe gelangen häufig durch internationale Warenströme ins Land und dann in die Haushalte. „Oft reicht es, wenn einige Eier den Transport überleben.“
Die Arbeit als Schädlingsbekämpfer erfordert Fachwissen und ein hohes Maß an Verantwortung. Es wird mit verschiedenen, teils hochgiftigen Substanzen gearbeitet. Ein Beispiel ist das sogenannte Wühlmausgas – ein giftiges und leicht entzündliches Gas. „Man muss genau wissen, welches Mittel in welcher Dosis und in welchem Umfeld eingesetzt werden darf“, betont Wittmayer. Besonders sensibel seien Einsatzorte wie Krankenhäuser, Kindergärten oder Lebensmittelbetriebe. „Man sollte lösungsorientiert arbeiten und natürlich keine Angst vor Tieren haben“, so Wittmayer. Auch Höhen- und Platzangst seien problematisch, denn Einsätze auf Dächern oder in engen Kellerräumen gehören zum Alltag. Für Maßnahmen wie Taubenabwehr arbeitet Wittmayer regelmäßig in schwindelerregenden Höhen. „Es ist ein aufregender und abwechslungsreicher Beruf, der zu Unrecht immer noch negativ besetzt ist. Man kommt durch diesen Job an Orte, an die ein normaler Mensch nie kommen würde“, erklärt Wittmayer seine Faszination an der Branche.
Zum Start setzt Wittmayer auf eine schlanke Struktur: Sein Betrieb wird zunächst als Ein-Mann-Unternehmen geführt. Unterstützung erhält er stundenweise von seiner Frau Danielle Wittmayer, die als selbstständige Unternehmensberaterin tätig ist. Die notwendigen Investitionen – darunter ein Fahrzeug, Schutzausrüstung, verschiedene Giftstoffe – sind bereits getätigt. „Ich bin bereit für den Start“, so der Neo-Unternehmer.
Im Raum Villach und Villach Land sind auch noch andere Schädlingsbekämpfer im Einsatz. Darunter zum Beispiel die „Afs Schädlingsbekämpfung“, „Parex Schädlingsbekämpfung und Taubenabwehr“ sowie „Contrapest Schädlingsbekämpfung und Taubenabwehr“.