Das Kollegium des Fritz-Strobl-Schulzentrums in Spittal verlangt „eine klare, nachvollziehbare und professionell besetzte Schulleitung, die mit entsprechender Ausbildung und Vision den Weg gemeinsam mit Schülern und Lehrkräften geht“. In einem offenen Brief wandten sich die Lehrer der Ski- und Sportmittelschule an die Medien und an die Bildungsdirektion Kärnten. Die aktuelle Situation rund um die Besetzung der Schulleitung wird im Brief als zentrales Anliegen formuliert. Die 60 Pädagogen fragen sich, warum die Leitungsfunktion bereits zum dritten Mal ausgeschrieben wird, obwohl Bewerbungen mit entsprechender Qualifikation vorliegen.
„Wie lange können solche Vorgehensweisen fortgesetzt werden, ohne das Vertrauen in transparente und faire Verfahren zu beeinträchtigen? Und welche qualifizierten Führungskräfte werden sich noch bereit erklären, sich zu bewerben, wenn ihre fachliche Vorbereitung und ihr Engagement nicht ausreichend Berücksichtigung finden“, fragen sich die Lehrer.
Forderung nach Perspektive für Schulstandort
Mit dem geplanten „Leistungssportzentrum Spittal/Gold-Eck“ und einem breiten Angebot an Sportarten biete der Standort beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. Den Lehrern gehe es nicht um Kritik an einzelnen Personen, denn „die Schule leistet hervorragende Arbeit. Das Kollegium arbeitet professionell und mit großem Einsatz für die bestmögliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler – sowohl im schulischen als auch im sportlichen und persönlichen Bereich“. Dennoch fordern sie eine „klare Perspektive für die Führung des Schulstandorts“.
Provisorischer Leiter kannte Inhalt des Briefes nicht
Am 1. Oktober 2024 wurde Hans-Jörg Unterkofler mit der provisorischen Leitung betraut. Die Schule ist mit 18 Klassen, zwei Time-Out-Gruppen und rund 400 Schülerinnen und Schülern eine der größten Mittelschulen Kärntens. Obwohl der offene Brief im Namen des Kollegiums verfasst wurde, wusste Unterkofler nicht, dass er an Medien und Bildungsdirektion ergehen wird, er kannte auch den Inhalt des Schreibens nicht.
Bildungsdirektorin Isabella Penz stellt klar, dass die Besetzung von Schulleitungsfunktionen nach klar geregelten gesetzlichen Vorgaben und in einem mehrstufigen Auswahlverfahren erfolge. Maßgeblich sei das Ergebnis eines Begutachtungs- und Hearingsverfahrens durch eine Begutachtungskommission. „Dass in einzelnen Fällen, wie am Fritz-Strobl-Schulzentrum, eine Schulleitungs-Funktion provisorisch besetzt ist, kann unterschiedliche Gründe haben. Dazu zählen etwa, dass bisher keine Bewerberin oder kein Bewerber alle Anforderungen im erforderlichen Ausmaß erfüllt hat“, verdeutlicht Penz. Das Prozedere wird demnach so lange fortgeführt, bis ein geeigneter Bewerber gefunden wird.