Auch im April hat die Arbeitslosigkeit in der Steiermark zugelegt: 38.000 Personen waren Ende des Monats beim steirischen Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 3,7 Prozent bzw. 1350 betroffenen Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Addiert man die 8707 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Schulungen hinzu (plus 5,2 Prozent), dann waren mit Stand Ende April steiermarkweit 46.707 Menschen ohne Job. , ein Plus von vier Prozent.

„Die geschätzte Arbeitslosenquote beträgt somit 6,5 Prozent und liegt damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert“, teilt das AMS Steiermark mit.

Ein zarter Lichtblick: Die geschätzte Gesamtzahl der unselbständig Beschäftigten lag mit Monatsende mit 545.000 um 2000 Personen höher als Ende April 2025. Auch beim Bestand der gemeldeten offenen Stellen gab es einen zarten Zuwachs von 3,1 Prozent auf 10.920.

Stärkeres Plus bei Frauen, mehr offene Industriestellen

Wie schon in den vorangegangenen Monaten ist die Arbeitslosigkeit bei Frauen neuerlich deutlich stärker angestiegen: um 72 Prozent auf 17.206 Betroffene. Bei den Männern lag der Anstieg mit 0,9 Prozent auf 20.974 Personen unter dem steiermarkweiten Durchschnitt. Bei den unter 25-Jährigen wurde in der Steiermark ein Rückgang um 4,2 Prozent auf 3752 Personen verzeichnet.

In der Industrie, also im Bereich Herstellung von Waren, ist die Arbeitslosigkeit mit plus 0,7 Prozent auf 4470 Personen nur noch leicht gestiegen, hier ist die Zahl der offenen Stellen gleichzeitig um 51 Prozent auf 1205 nach oben geklettert.

In den Arbeitsmarktregionen Gleisdorf, Bruck/Mur, Liezen und Feldbach gab es rückläufige Arbeitslosenzahlen. In Mürzzuschlag ist die Arbeitslosigkeit indes um 11,8 Prozent am stärksten gestiegen.

Höherer Anstieg bei Akademikern

Das AMS Steiermark verweist auch darauf, dass die aktuelle Arbeitsmarktstatistik zeige, dass von 1350 zusätzlichen arbeitslosen Personen im Vergleich zum Vorjahr 811 – rund 60 Prozent – über einen akademischen Abschluss verfügen. „Während die Gesamtarbeitslosigkeit Ende April moderat um 3,7 Prozent auf rund 38.000 Personen stieg, legte die Arbeitslosigkeit unter Akademikerinnen und Akademikern deutlich stärker zu: plus 28,6 Prozent auf insgesamt 3648 Personen“, wie betont wird. In absoluten Zahlen ist das dennoch ein vergleichweise geringer Wert: So sind steiermarkweit etwa 15.900 Personen, die nur eine Pflichtschulausbildung aufweisen, arbeitslos gemeldet.

Der Landesgeschäftsführer des AMS Steiermark, Karl-Heinz Snobe, kündigt hinsichtlich des Anstiegs bei Akademikerinnen und Akademiker aber an: „In den kommenden Wochen soll genauer analysiert werden, aus welchen Branchen diese zusätzlichen Arbeitslosen stammen.“ Die Entwicklung rücke auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in den Fokus. „KI wird zwar bestehende Jobs verdrängen, gleichzeitig aber auch Investitionen, neue Geschäftsmodelle und höhere Produktivität ermöglichen.“ Der Arbeitsmarkt stehe laut Snobe „daher weniger vor einem Einbruch als vor einem tiefgreifenden Umbruch – mit stark veränderten Tätigkeitsprofilen“. Diese Transformation lasse sich nicht aufhalten. „Entscheidend ist, nach vorne zu modernisieren und gezielt in neue Kompetenzen zu investieren. Steigende Arbeitslosigkeit bei Hochqualifizierten ist daher kein Grund zur Resignation: Gerade ihre Stärken liegen in Anpassungsfähigkeit und Weiterentwicklung. Der Blick sollte nicht darauf gerichtet sein, was KI übriglässt, sondern darauf, welche neuen Aufgaben Menschen künftig übernehmen können“, so Snobe.