Mit Spannung erwartete Ski-Österreich den Medientermin von Conny Hütter am Montagvormittag in Graz. Die Steirerin wollte dabei über ihre Zukunft informieren und somit auch eine Entscheidung treffen, ob es für sie im Ski-Weltcup weitergeht. Gemeinsam mit ihren Sponsoren stellte sich die 33-Jährige den Fragen der anwesenden Journalisten.

Dabei wurde schnell klar, dass es sich nicht um ein Abschiedsgespräch handelt. Wie Hütter verkündete, wird sie auch in der kommenden Saison noch für den ÖSV auf die Jagd nach Siegen gehen und möchte auch bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Crans-Montana Medaillen für Österreich holen. Nach einem Video über ihre bisherige Karriere sagte sie: „Jetzt haben wir schon viel gesehen, deshalb will ich euch jetzt etwas sagen“, erklärte Hütter und blickte zurück, ehe die entscheidenden Worte fielen: „Wir reden jetzt darüber, ob ich aufhöre oder nicht. Das Feuer war 2022 nach meinem Sturz in Crans-Montana bereits weg und für mich war klar, dass ich aufhöre. Aber es kommt oft anders, als man denkt. Ich habe mich entschieden, dass ich nicht auf der Couch sitzen will, deshalb stehe ich nächstes Jahr in Crans-Montana am Start.“

Kindheitstraum bei Olympia erfüllt

Mit der Bronzemedaille im olympischen Super-G von Cortina erfüllte sich die Kumbergerin einen Lebenstraum, weshalb Gerüchte laut wurden, dass sie ihre Ski nach der abgelaufenen Saison an den Nagel hängen könnte. Daraus wird jedoch nichts. Nach einer langen Nachdenkpause entschied sich Hütter für eine Fortführung ihrer Karriere. Beim Medientermin in Graz machte sie es aber durchaus spannend. „Zwischen fünf und zehn fand ich Skifahren total uncool und bin nur am Snowboard gestanden. Dann habe ich mit elf Jahren meinen Papa gefragt, ob das auch ein Beruf ist. Er hat gesagt, wenn man gut genug ist, dann schon. Und dann hatte ich mit elf einen Plan für mein Leben.“

Zu Beginn ihrer Ski-Karriere hätte sie „viel Lehrgeld bezahlt“, war dann aber schnell vorne mit dabei. Mit dem Weltcup-Debüt 2011 ging es „steil nach oben“, ehe die erste große Verletzung vor der WM 2017 in St. Moritz Hütter etwas ausbremste. „Ich habe dann die Reha durchgezogen und bin zurück in den Weltcup, habe dort sogar Rennen gewonnen und es war eh alles wie früher.“ Danach kamen jedoch weitere Verletzungen, welche die Steirerin dazu zwangen, einen Mittelweg zu finden. Der schwere Sturz samt Verletzung in Crans-Montana 2022 war aber ein Wendepunkt, nach dem sie für sich bereits den Entschluss fasste, mit dem Skifahren aufzuhören. „Die ganze Unbeschwertheit und der Spaß waren weg, auch der Olympia-Traum, weil ich nicht bis 2026 fahren wollte.“

Doch was folgte, war die erfolgreichste Zeit ihrer Karriere mit der WM-Bronzenen im Super-G 2023, der kleinen Kristallkugel in der Abfahrt 2023/24 und zuletzt Olympiabronze. „Ich habe Bedenkzeit gebraucht und mir wurde dann aber klar, dass ich es noch ein Jahr durchziehen will, aber ich will mich auch abseits der Piste als Unternehmerin und Person weiterentwickeln.“