Jetzt darf sich LASK-Trainer Kühbauer wirklich „Double Didi“ nennen. Exakt ein Jahr nach dem sensationellen Cupsieg mit dem WAC schrieb Kühbauer abermals Geschichte. War es im Vorjahr der erste Titel der Wolfsberger Vereinsgeschichte, ist es diesmal der erste LASK-Trophäengewinn seit sage und schreibe 61 Jahren.
Altach war für den Krimi in Klagenfurt mehr als gerüstet
Leicht gemacht wurde es den Oberösterreichern, die als klarer Favorit in das Finalduell mit Altach gegangen waren, keineswegs. Denn die Vorarlberger kauften den Linzern in der ersten Hälfte die Schneid ab, gingen durch zwei Ex-Austria-Klagenfurt-Kicker an alter Wirkungsstätte im Wörthersee Stadion zweimal in Führung. Zuerst netzte Patrick Greil (5.), nach einer halben Stunde schraubte Vesel Demaku die Kugel aus rund 18 Metern ins Kreuzeck. Dazwischen hatte Moses Usor nach perfekter Hereingabe von Sascha Horvath vor 15.000 LASK-Fans ausgeglichen (10.). Ein Treffer von Sam Adeniran, der später zum Mann des Spiels avancieren sollte, wurde hingegen wegen einer vorangegangenen Abseitsposition aberkannt.
„Ich habe der Mannschaft in der Pause schon deutlich gesagt, dass es schwer wird, das Spiel zu gewinnen, wenn wir so weitermachen“, sagte Kühbauer, der zwei arge Zuteilungsfehler seiner Mannschaft bei den Gegentreffern schlucken hatte müssen. In Hälfte zwei hielt Altach auch bis zum Schluss dagegen, steckte auch nach dem neuerlichen Ausgleich – diesmal zählte ein Adeniran-Volleytor nach Kalajdzic-Zuckerpass (66.) – nicht auf. „Das war der Schlüssel, dieses Spiel zu gewinnen. Danach haben wir gezeigt, dass wir physisch besser sind“, attestierte Kühbauer.
Dass überhaupt erst die Verlängerung für die Entscheidung sorgen musste, war aus Altacher Sicht einer knappen Abseitsstellung von Adeniran in der Nachspielzeit bei dessen Kopfballtreffer zu verdanken. In der Verlängerung wirbelte der bullige LASK-Stürmer weiter viel Staub auf. Das erlösende 3:2 erzielte aber Teamkollege George Bello, der eine Hereingabe per Aufsitzer versenkte (101.), den 4:2-Schlusspunkt setzte im Konter wiederum Adeniran (103.). „Jetzt bin ich einfach einmal sehr glücklich. Als ich im Herbst kam, war das Team am Boden, jetzt hat sensationelle Arbeit gefruchtet“, so Kühbauer, der anfügte: „Ich gehe mit dem Wort ‚stolz‘ nicht locker um. Aber wenn ich es heute nicht verwende, müssten sie mich eh wegsperren.“ Obwohl er sagte, „dass ich verdammt schnell bin“, kassierte er kurz vor der Abfahrt nach Linz übrigens doch noch eine Bierdusche von den Spielern.
Gemischte Gefühle herrschten bei den Ländle-Kickern. „Einerseits Enttäuschung, andererseits Stolz. Vor allem darauf, wie wir gespielt und den Gegner in Bedrängnis gebracht haben“, sagte Trainer Ognjen Zaric. Greil, der beste Altacher am Platz, schlug in die gleiche Kerbe: „Wir waren nah dran, haben ein tolles Spiel gezeigt, so ist es unfassbar bitter. Wenn man hier klar verliert, ist es wahrscheinlich weniger ärgerlich.“
Bereits am Montag geht es für den LASK im Meisterkampf gegen Rapid, für Altach im Abstiegsrennen gegen den WAC. Oder wie Kühbauer es formuliert: „Ohne Sperrstunde für die Spieler wird es nicht gehen. Für die Trainer gilt das nicht, die stehen nicht im Kader.“