Endspurt für die neue Spur: Die Bauarbeiten an der B54 in Kaindorf zur Entschärfung der „Banklwirt-Kreuzung“ gehen in die heiße Phase – im wahrsten Sinne des Wortes. Nach rund acht Monaten Bauzeit starten Anfang Mai die Asphaltierungsarbeiten an der neuen Trasse der Wechselstraße. Währenddessen werde eine halbseitige Sperre eingerichtet, eine Fahrbahn soll für den Verkehr aber stets offen bleiben, erklärt Franz Sabathi, Baupolier der ausführenden Baugesellschaft Klöcher.
Damit biegt die Großbaustelle in die Zielgerade ein. Man sei im Zeitplan, im Sommer soll alles fertig sein, weiß der Kaindorfer Bürgermeister Thomas Teubl. Wie berichtet, war im September des Vorjahres der Spatenstich erfolgt. Um rund 1,8 Millionen Euro wird der Unfallhäufungspunkt auf Höhe des ehemaligen Banklwirts, an der sich die B54 mit einer Gemeindestraße kreuzte, entschärft. Dafür wird der Kreuzungsbereich – weg von der schlecht einsehbaren Straßenkuppe – um rund 150 Meter Richtung Kaindorf Ortszentrum verlegt und durch einen vierarmigen Knoten mit Linksabbiegestreifen ersetzt, wie Teubl schildert: „Das verändert die Sichtverhältnisse. Wenn ich auf der neuen Kreuzung stehe, sehe ich alles, was ich sehen muss.“
Alte Pflastersteine
Rund 14.000 Kubikmeter Erde wurden in den vergangenen Monaten bewegt, entsprechend ist der Kreuzungsbereich kaum noch wiederzuerkennen. Kein Stein blieb auf dem anderen. Dafür entstand an einer Böschung eine neue Steinschlichtung und alte Pflastersteine kamen wieder zum Vorschein. Seitlich an der neuen Trasse der B54 erkennt man den Straßenaufbau der alten Wechselstraße. „Bis in die 70er-Jahre war die Straße noch gepflastert“, erzählt Teubl.
Für besonders gefährliche Situationen hatten in der Vergangenheit vor allem querende Fußgänger und Radfahrer gesorgt. Wochenends habe man einmal mehr als Tausend Radfahrer gezählt, so Teubl. Zudem befanden sich auf Höhe der Straßenkuppe zwei Bushaltestellen. Mit dem Bau einer Unterführung für Radfahrer und Fußgänger wird dem Abhilfe geschaffen. Der drei Meter breite und rund 170 Meter lange, barrierefreie Weg hat mit Betonwänden bereits Form angenommen. Um die Erreichbarkeit der Bushaltestelle zu verbessern, wird noch eine kleine Brücke über die Unterführung gebaut, erklärt Teubl.
Nach dem Asphaltieren der B54 gehen die Bauarbeiten rundherum weiter: von der Finalisierung der bereits angelegten Begleitstraßen, die zur Hochstraße, zum Kopfingdorf-Weg und Unterem Winzenbachweg führen, bis zur Entstehung einer P&R-Anlage in der Nähe des Verkehrsknotens und der Errichtung der Busbuchten samt Bushaltehäuschen. Neu geplant wurde zudem der Bau einer Anbindungsstraße für Wohnhäuser um rund 100.000 Euro. Die Kosten dafür teilen sich laut Teubl das Land Steiermark und die Gemeinde.