Es ist ein weiterhin herausforderndes Umfeld, in dem sich die Kärntner Industrie trotz einer leichten Stabilisierung behaupten muss, so die Industriellenvereinigung (IV). Über 50 Unternehmen mit rund 16.000 Beschäftigten wurden für das Konjunkturbarometer dazu befragt.

Im ersten Quartal 2026 zeigen die Ergebnisse, dass sich die Lage etwas verbessert hat. „47 Prozent der Kärntner Industrieunternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut, 27 Prozent als durchschnittlich und 26 Prozent als schlecht. Auch wenn sich die Einschätzungen gegenüber den vergangenen Quartalen verbessert haben, zeigt sich weiterhin ein sehr gemischtes Bild“, erklärt IV-Kärnten-Geschäftführerin Claudia Mischensky.

Wachstumsimpulse bleiben aus

Für die kommenden sechs Monate erwarten 45 Prozent eine gute Geschäftslage, 47 Prozent eine durchschnittliche Entwicklung und 8 Prozent eine Verschlechterung. „Das deutet auf eine gewisse Stabilisierung hin, allerdings bleibt die Dynamik insgesamt verhalten, auch aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten“, so Mischensky.

Die Auftragslage präsentiert sich derzeit solide, jedoch ohne spürbaren Aufschwung. 50 Prozent der Kärntner Industriebetriebe bewerten den Auftragsbestand und die Auslandsaufträge als gut, während rund ein Drittel diese als durchschnittlich einstuft und knapp ein Fünftel weiterhin von einer schwachen Situation berichtet.

Angespannte Ertragssituation

Auch die Ertragssituation zeigt, dass viele Betriebe weiterhin unter Druck stehen. Aktuell bewerten 66 Prozent der Unternehmen ihre Erträge als durchschnittlich und 29 Prozent als schlecht. Zwar verbessern sich die Erwartungen für die kommenden sechs Monate, dennoch bleibt ein relevanter Anteil vorsichtig. „Das zeigt mehr als deutlich, dass sich die Lage zwar ein wenig entspannt, die Herausforderungen, mit welchen die Industrie konfrontiert ist, aber keineswegs überwunden sind“, betont Timo Springer, Präsident der Industriellenvereinigung Kärnten.

Kein neuer Stellenabbau

Bei den Beschäftigten zeigt sich im Vergleich zum 4. Quartal 2025 eine spürbare Entlastung: Während damals noch mehr als die Hälfte der Betriebe mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen rechnete, erwarten aktuell nur noch 11 Prozent einen Personalabbau. Gleichzeitig gehen 81 Prozent von stabilen Beschäftigtenzahlen aus und 8 Prozent rechnen mit einem Anstieg. „Das ist ein wichtiges Signal, dennoch sprechen wir eher von einer Stabilisierung auf vorsichtigem Niveau als von einer echten Trendwende“, sagt Mischensky.

Nachfrage steigt wieder

Die Einschätzung der Betriebe, was die Produktion angeht, deutet auf eine moderate Belebung hin: 45 Prozent der Unternehmen erwarten bis zum Sommer eine steigende Produktion, während die Mehrheit von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgeht. Die Verkaufspreise bleiben überwiegend stabil. 76 Prozent der Betriebe rechnen mit keinen Veränderungen, während nur ein kleiner Teil von steigenden oder sinkenden Preisen ausgeht.

„Eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten, ein konsequenter Abbau von Bürokratie sowie verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sind entscheidend, um Investitionen zu ermöglichen und Beschäftigung langfristig abzusichern“, so Springers Forderungen.

Damit das Entgelttransparenzgesetz nicht zusätzlichen Mehraufwand verursacht, sei die Umsetzung „ohne überzogene Zusatzregeln, ohne übermäßige Bürokratie und mit Anerkennung des Kollektivvertragssystems“ entscheidend.

Positiv sei die von der Bundesregierung geplante Senkung der Lohnnebenkosten, auch wenn sie erst ab 2028 erfolgen soll. „Gerade in der derzeit herausfordernden wirtschaftlichen Situation ist sie ein zentraler Hebel, um Unternehmen zu entlasten und damit auch Arbeitsplätze zu sichern“, betont Mischensky.