Einen Monat ist es her, dass das Bad Ausseer Spital reduziert wurde. Die Abteilungen für Chirurgie und Innere Medizin wurden geschlossen, am Standort verbleiben eine Akutgeriatrie/Remobilisation und eine internistische Ambulanz. Was hat sich dadurch für das Rote Kreuz in Bad Aussee verändert?

„Die Umstellung ist im Großen und Ganzen positiv verlaufen“, sagt Bezirksrettungskommandant Gernot Leitner. Die Reduzierungen des Spitals waren schließlich ein schleichender Prozess, der schon vor zwei Jahren begonnen hat, erklärt er. „Wir haben uns sukzessive darauf vorbereitet, sonst hätten wir jetzt schon ein Problem.“

120.000 bis 150.000 Euro jährliche Mehrkosten

Konkret hat man in den letzten beiden Jahren ein drittes Rettungsfahrzeug für rund 100.000 Euro angeschafft und drei neue Mitarbeiter eingestellt. Das verursache Mehrkosten von 120.000 bis 150.000 Euro im Jahr, „die das Rote Kreuz zu 100 Prozent alleine trägt“, sagt Leitner.

„Krankenhaus-Reduzierungen sparen sicher Millionen ein, aber das Geld fehlt da, wo das Rettungswesen diese Lücke schließt“, kritisiert er. Hier sei vergessen worden, hinzuschauen.

Bezirksrettungskommandant Gernot Leitner
Bezirksrettungskommandant Gernot Leitner © Veronika Höflehner

Patienten trotz längerer Fahrtzeiten gut betreut

Für die rund 2000 Patienten, die man im Schnitt jährlich ins Bad Ausseer Krankenhaus eingeliefert hat, verändere sich aber wenig. „Ungefähr zwei Drittel kommen nach Rottenmann, ein Drittel nach Bad Ischl“, zieht Leitner eine Zwischenbilanz.

Die Fahrtzeit würde sich zwar erhöhen – etwa 30 bis 45 Minuten sei man jetzt unterwegs –, aber die Patienten würden im Fahrzeug gut betreut. „Manche Leute tun sich schwerer mit der Umstellung, aber sobald sie im Krankenhaus ankommen, gibt es keine Probleme. Niemand muss Angst haben.“

Fahrzeug in 15 Minuten Entfernung verfügbar

Das Rote Kreuz achte darauf, dass sich stets ein Einsatzfahrzeug in maximal 15 Minuten Entfernung vom Ausseerland befinde. „Jetzt sind die Fahrzeuge halt oft in Rottenmann, Ischl oder Leoben unterwegs“, sagt Leitner, daher seien sie nicht im Ort verfügbar. Aber durch den dritten Rettungswagen könne man das abfedern, auch umliegende Rot-Kreuz-Stellen könnten sonst aushelfen.

Dafür würde jetzt ein Großteil jener Transporte wegfallen, bei denen Patienten zu Untersuchungen in andere Krankenhäuser hin und zurück gebracht werden mussten.