Es ist ein bemerkenswertes erstes Geschäftsquartal, das der steirische Anlagenbauer Andritz AG nun abgeschlossen hat. Einerseits konnten die Grazer mit weltweitem Fußabdruck Umsatz und Ergebnis steigern, andererseits vermeldet der Konzern beim Auftragseingang gar einen neuen Rekordwert: Im ersten Quartal sammelten sich Aufträge in Höhe von 3,6 Milliarden Euro an. Ein Wert, der 54,3 Prozent über jenem des Vergleichsquartals liegt.

Der „außergewöhnlich hohe Wert“ sei laut Andritz AG „hauptsächlich auf die kumulierte Verbuchung mehrerer mittelgroßer Aufträge vorwiegend im Geschäftsbereich Hydropower zurückzuführen“. Dahingehend sollte das nun kommunizierte Ergebnis „nicht auf die kommenden Quartale hochgerechnet werden“.

Im ersten Quartal erwirtschaftete Andritz 91,8 Millionen Euro Konzernergebnis, um 2,9 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz legte um 1,7 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro zu. Ende März lag der Auftragsbestand bei 12,4 Milliarden Euro, was einen Anstieg um 18,3 Prozent im Jahresabstand und ebenfalls einen neuen Rekordwert bedeute. Woher aber kommen die Andritz-Aufträge eigentlich?

Die Andritz-Auftraggeber

Im Segment „Hydropower“ nennt der Konzern exemplarisch Pumpspeicherprojekte wie Saidongar in Indien, das mit einer Leistung von 3000 MW das größte Pumpspeicherkraftwerk des Landes sein wird, sowie Projekte in Südostasien und Brasilien.

Auch im Geschäftsbereich Pulp & Paper legte das Auftragsvolumen noch einmal zu. Der Anstieg resultierte laut der Andritz AG „aus mehreren größeren Aufträgen, darunter ein bedeutender Auftrag von General Emballage, Algeriens führendem Hersteller von Wellpappeverpackungen, für die größte Papiermaschine Afrikas“.

Vorzeitig bis 2032 verlängert: Andritz-Boss Joachim Schönbeck
Vorzeitig bis 2032 verlängert: Andritz-Boss Joachim Schönbeck © Andritz AG

Bei „Metals“, Andritz liefert hier die Maschinen für komplette Fertigungslinien, spüren die Steirer laut Eigenangaben ein „zurückhaltendes Investitionsklima in der Automobilindustrie“. Dafür verbessere sich die Nachfrage aus der Stahlindustrie im Vergleich mit dem Vorjahr. Ein Auftragsminus im Jahresabstand registrieren die Steirer auch im Segment „Environment & Energy“. Zu den bedeutenden Aufträgen zählten laut Andritz etwa „das umfangreiche Projekt zum Austausch und zur Modernisierung der Pumpen für die illwerke vkw im Pumpspeicherkraftwerk Lünersee in Österreich“.

Für das Gesamtjahr bekräftigt die Andritz AG übrigens ihren Ausblick. So wird für 2026 eine „Rückkehr zum Wachstum und ein Umsatz in einer Spanne von 8,0 bis 8,3 Milliarden Euro“ prognostiziert. Ende 2025 zählte das Unternehmen 30.346 Beschäftigte, zwölf Prozent davon in Österreich.