Er zählt in der Vogelwelt zu den markanten Erscheinungen: der Wiedehopf. „Wenn sich ein Fressfeind nähert, stellt er seine Federhaube auf“, erklärt Andreas Kleewein, Geschäftsführer von BirdLife Kärnten. Vielfach sind es Katzen, die dem Vogel nach seinem Leben trachten. Frisurentechnisch liegt der Vergleich mit einem Irokesenschnitt nahe.
Der bis zu 29 Zentimeter große Zugvogel, der den Winter in Zentralafrika und teilweise südlich der Sahara verbringt, ist in seinem Bestand wieder im Aufwind. „Er ist in Kärnten nun wirklich sehr stark verbreitet“, freut sich Kleewein über die positive Entwicklung. Aus allen Teilen des Landes kommen derzeit Meldungen über Sichtungen und Bruten, so der Experte. 2002 gab es in Kärnten 25 Brutpaare, vier Jahre später waren es zwischen 30 und 60, 2023 waren es schon bis zu 80 Brutpaare.
Worauf die Erholung im Bestand zurückzuführen ist? „Er dürfte ein Profiteur des immer wärmer werdenden Klimas sein“, sagt der Biologe. Vielfach wächst der Rasen nicht so schnell, bleibt ob der Trockenheit kürzer und der Vogel findet so leichter Nahrung. Es sei auch nicht ungewöhnlich, dass der Wiedehopf auf einem Fußball- oder Golfplatz, mit akkurat gestutztem Grün, gesichtet wird.
Getrübt wird die Freude über den Zuwachs beim Bestand durch ein Faktum: dass schon tote Individuen gefunden wurden, die keines natürlichen Todes gestorben sind. Engerlinge und Maulwurfsgrillen sind die Hauptnahrung dieses Vogels. Die Grillen sowie deren Larven ernähren sich wiederum auch von Schnecken. Nehmen diese Schneckenkorn zu sich, das diese bekämpfen soll, kann das letztendlich auch für den Wiedehopf tödlich enden. „In Deutschland gab es schon chemische Untersuchungen, die das bestätigt haben“, sagt Kleewein.
Schachtelbrut
Was man sonst noch über diesen Vogel wissen muss? Sein Flug ist wellenförmig. Der Ruf ist mit einem Huphuphuphup markant. Beim Wiedehopf ist auch eine Schachtelbrut möglich. „Diese ist in der Vogelwelt nicht die Regel“, sagt Kleewein und erklärt: „Das Männchen füttert die Jungen der ersten Brut, während das Weibchen bereits auf den Eiern der zweiten Brut sitzt.“
Scheu ist diese Vogelart keineswegs. „Der Wiedehopf ist häufig in Siedlungsnähe anzutreffen, teilweise sogar neben Straßen“, sagt der Experte. Bruttechnisch kann man ihn mit dem Erhalt alter Obstbäume und mit Nistkästen mit einem Einflugsloch von fünf Zentimetern Durchmesser unterstützen, denn: „Bruthöhlen sind für den Wiedehopf sehr wichtig.“