Den Wiederaufstieg in die 2. Liga hat der ASK Voitsberg mit dem 7:0-Kantersieg gegen den SC Weiz bereits in der vergangenen Runde fixiert. Das Meisterstück in der Regionalliga Mitte können die Weststeirer am Sonntag fixieren. Dazu braucht es „nur“ noch einen Sieg gegen Deutschlandsberg, das im Hinspiel mit 8:0 vom Platz geschossen wurde. Dann wäre man fünf Runden vor Schluss zumindest 15 Punkte vor dem zweitplatzierten Team aus Gurten und aufgrund der guten Tordifferenz quasi uneinholbar vorne.
Dass der ASK Voitsberg den Wiederaufstieg schafft und Meister wird, war ohnehin jedem klar. Mit der Finanzkraft von Klub-Boss Michael Münzer kann kein anderer Verein in der Liga mithalten. Sportdirektor und Trainer David Preiß klärt auf: „Michael ist enorm engagiert, sorgt dafür, dass wir eine super Infrastruktur haben. Dadurch können wir einige Schritte in unserer Entwicklung schneller machen. Das ist sehr wichtig. Aber wir haben viele andere Sponsoren und die Gemeinde, die uns glücklicherweise auch finanziell unterstützen.“ Geld allein spielt nicht Fußball, sonst wäre einst die Wiener Austria mit den Millionen von Frank Stronach wohl Serienmeister geworden, sagt Preiß: „Wir verwenden unsere Mittel sehr achtsam, um mit unserem Budget das Bestmögliche zu erreichen.“
Dass Preiß noch beim Verein ist, liegt vor allem an Münzer. Nach nur einer Saison in der 2. Liga musste Voitsberg für die Saison 2025/26 wieder zurück in die Regionalliga Mitte absteigen. Münzer aber folgte nicht der sonst im Fußball typischen Handlungsweise, den Trainer und Sportdirektor in Personalunion zu verabschieden. Preiß blieb. Die Mannschaft wurde dafür umgebaut, 16 Ab- und 14 Zugänge folgten. Die vergangenen zwei Saisonen wurden analysiert, Fehler herausgearbeitet, zu einem großen Teil beseitigt und der vor Jahren eingeschlagene Weg fortgesetzt.
„Wir haben in der Saison 2023/24 den Aufstieg sehr früh fixiert und in den ausstehenden Spielen unterbewusst die Intensität heruntergefahren. Das ist uns in den ersten Spielen in der 2. Liga bewusst geworden. Zudem zeigte sich, dass nicht alle Spieler auf dem höheren Niveau eine ganze Saison mithalten konnten“, erklärt Preiß ein großes Learning aus der Vergangenheit. Dass man sich am Ende des Spieljahres auf einem Abstiegsplatz wiederfand, war dennoch ein unerwarteter Rückschlag.
Münzer handelte aber nicht nur beim Trainer fußball-untypisch: Auch das Budget wurde nicht reduziert, im Gegenteil: Voitsberg stellte in der Regionalliga auf Profibetrieb um. Preiß musste bei der Trainingsplanung keine Rücksicht mehr auf Spieler nehmen, die einem Beruf nachgehen. Seit Beginn der aktuellen Spielzeit wird gemeinsam gefrühstückt, auch beim Mittagessen sitzt man gemeinsam am Tisch. Die Folge: Voitsberg hat sich zu einer Einheit entwickelt – auf dem Platz und auch abseits davon. Trotz aller Geschlossenheit ist ein Spieler aktuell hervorzuheben: Fabian Schubert lebt seine Torjäger-Qualitäten bei Voitsberg nach Lust und Laune aus und „könnte am Ende der Saison auch bei 40 Treffern und mehr liegen“, sagt Preiß.
Bleibt die Frage: Was kommt nun nach dem Titel? „Wir haben noch einige Ziele. Wir wollen den Punkterekord des LASK von 76 Zählern aus der Saison 2013/14 knacken. Wir hoffen, dass Fabian vorne einen Vierer bei seinen Toren stehen hat. Und natürlich gibt es Punkteprämien zu holen“, sagt Preiß. Die Planungen für die kommende Saison laufen ohnehin längst auf Hochtouren. Münzer, Preiß und Voitsbergs Technischer Direktor Sebastian Szvetits haben viel Arbeit vor sich, um ein schlagkräftiges Team für die 2. Liga zusammenzustellen. Denn diesmal ist Voitsberg aufgestiegen, um länger als ein Jahr in der zweithöchsten Spielklasse zu bleiben.