Anlässlich des Welttags für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz soll die Sicherheitskultur gestärkt sowie Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen verringert werden. Nachgefragt bei oststeirischen Unternehmen und der Wirtschaftskammer sei die Gesundheit von Mitarbeitenden ein großes Thema. „Wenn der Mitarbeiter nicht fit und gesund bleibt, explodieren die Kosten für Abwesenheiten und die Leistung entfällt“, erklärt Thomas Heuberger, WK-Regionalstellenleiter Südoststeiermark.
Viele Unternehmen würden sich mit Fragen zu Schutzausrüstung, Normen für Gerüste oder Notaus-Tasten bei der Wirtschaftskammer melden. „Es hebt heute keiner mehr einen 50-Kilo-Sack, dafür gibt es Hebezeuge. Arbeitsunfälle sinken stetig über die Jahrzehnte“, weiß Heuberger. Wie es um Mitarbeiter-Angebote rund um Massagen oder Sporteinheiten steht, kann Heuberger nur schwer beziffern, weil diese bei der Wirtschaftskammer nicht gemeldet werden müssen. Er betont auch, dass Arbeitgeber in Kleinbetrieben meist genau wissen, wie der Gesundheitszustand ihrer Mitarbeitenden ist und sie an kleinen Rädchen drehen: etwa zulassen, die Pausen selbst einzuteilen.
Bei Krankenstandtagen weit unter Schnitt
Der südoststeirische E-Commerce-Spezialist Niceshops ist bekannt für seine Mitarbeiter-Vorteile: Angeboten werden vergünstigte Massagen im Unternehmen, Unterstützung bei psychologischer Beratung oder ein Fahrrad-Pool, bei dem Räder für Arbeitsweg oder Dienstfahrt gratis ausgeborgt werden können. Für Gründer und Geschäftsführer Roland Fink ist klar: „Jeden Cent, den wir investieren, bekommen wir mehrfach zurück.“ Das Unternehmen sei bei der Anzahl an Krankenstandtagen weit unter dem Österreichschnitt.
Eisoase mit Mitarbeiter-Befragung nachgehakt
Die Eisoase mit Standorten in Hartl, Sinabelkirchen, Pischelsdorf sowie Viertelfeistritz/Anger wollte es im Jahr 2022 ganz genau wissen – immerhin lautet die Devise „Glück am Eis“. In einer Mitarbeiter-Befragung hat man nachgehakt, wo bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schuh drückt. „Wir waren positiv überrascht von den Ergebnissen“, erklärt Ursula Wagner. „Zum Beispiel empfanden viele die Arbeit als sinnstiftend“, so die Firmen-Chefin, die davon überzeugt ist, dass alle Seiten von glücklichen und gesunden Mitarbeiter profitieren.
Nach der Umfrage führte man die 30-Stunden-Woche bei 40-Stunden-Gehalt ein. „Wir haben aber auch immer wieder Arbeitsmediziner da, die erklären, was man verbessern kann. Und das setzen wir natürlich auch um. Was man bei dieser Arbeit unterschätzt, ist das Gewicht, dass man heben muss.“ Bei gesundheitlichen Problemen können die Mitarbeiter zwei Mal im Monat zur Cranio-Sacral-Therapie. Weiters gibt es Frühstücke, bei denen man zusammenkommt und sich unterhält. „Das ist wichtig, weil wir doch mehrere Standorte haben.“
Gratis Massage
Einmal pro Monat eine kostenlose Massage direkt im neuen Bürokomplex – dieses Angebot nehmen zwischen 70 und 80 Prozent der Mitarbeitenden bei der Steuerberatung Kapas an, weiß Geschäftsführer Rainer Trinkl.
„Wir haben hochwertigste Beleuchtungskörper, augenschonend und dem Tageszyklus angepasst.“ Jeder Mitarbeiter hat zudem einen höhenverstellbaren Tisch. „Wir sind mit der bestmöglichen Technologie ausgestattet , etwa mit gesundheitsschonenden Bildschirmen.“
Auch Workshops werden den Mitarbeitenden geboten, wie am kommenden Donnerstag ein Resilienz-Workshop von Arzt und Neurowissenschaftler Volker Busch. Regelmäßig finden sportliche Veranstaltungen statt. „Firmenturnen wird wöchentlich angeboten. Es gibt auch Firmen-Yoga oder ein Tennis-Abo“, erzählt Trinkl.
Zudem erhält jeder Mitarbeiter entweder einen gratis Parkplatz, ein Dienstfahrrad oder ein Ticket für öffentliche Verkehrsmittel. Krankenstände gebe es wenig, die Mitarbeiterzufriedenheit sei hoch. „Unternehmen fragen sich immer: Was will der Kunde? Wir fragen auch: Was will der Mitarbeiter?“