Dass sie die erste Frau ist, die in der 53-jährigen Geschichte des Kärntner Jagdaufseherverbandes in die höchste Leitungsebene gewählt wurde, findet Gabriele Gollmann-Marcher eigentlich gar nicht so erwähnenswert: „Man muss etwas gerne tun und mit Leidenschaft. Dann ist es egal, ob ein Mann oder eine Frau eine Funktion ausübt“, sagt die 61-Jährige. Ihre neue Funktion ist die der ersten Landesobmann-Stellvertreterin. In dieser Position ist ihr künftig die Kommunikation zwischen Jägern, Behörden, Grundbesitzern und der Bevölkerung ein großes Anliegen: „Es ist immer wichtig, miteinander zu reden.“ Die Funktionsperiode läuft bis 2031.

Seit 30 Jahren Jägerin

Beim Kärntner Jagdaufseherverband ist Gollmann-Marcher schon seit fast 25 Jahren. 1996 absolvierte die Medizinerin ihre Jagdprüfung. „Wir sind eine große Jägerfamilie“, sagt die gebürtige Althofnerin. Selbst ihr Vater, der bald 90 wird, sei noch immer ein begeisterter Jäger. Für die 61-Jährige bedeutet die Jagd auch Verantwortung - gegenüber der Natur und dem Wild: „Dieser sollte man sich immer bewusst sein.“ Als Jägerin bzw. Jäger lebe man im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. „Für mich ist das der Ausgleich zu meiner Arbeit.“

Seit 2013 ist Gollmann-Marcher die Leiterin der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Deutsch-Ordens-Krankenhaus Friesach. Dort arbeitet die Primaria schon seit über 35 Jahren: „Ich schätze die Arbeit hier, weil alles persönlicher und überschaubarer ist. Das wissen auch unsere Patienten zu schätzen.“ Sie selbst beschreibt sich als „Ärztin mit Leib und Seele“.

Zu Hause ist Gollmann-Marcher auf einem kleinen Bauernhof in St. Salvator. Sie betont ihren landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Hintergrund: „Das erdet und hilft, die Bodenhaftung nicht zu verlieren.“ Werte, die sie auch ihren 21-jährigen Zwillingen weitergibt. Mit Tochter und Sohn steht bereits die nächste Jägergeneration in den Startlöchern. „Bei uns verbindet die Jagd Generationen.“

Neben ihrem Job als Ärztin studiert die 61-Jährige derzeit Medizinrecht. Wenn Gollmann-Marcher in ihrer Freizeit viel in der Natur unterwegs ist, ist die dreijährige Gebirgsschweißhündin „Gini“ immer an ihrer Seite: „Ich bin auch Hundeführerin und bilde sie jagdlich aus.“