Der Volksgarten ist sicherheitstechnisch ein Dauerbrenner in Graz: Drogendeals gehen dort vor aller Augen mehr oder weniger öffentlich über die Bühne. Seit Jahrzehnten versprechen sich die Parteien, das Problem anzugehen, mehr als kleinere Teilerfolge gelangen bislang aber nicht. Aktuell wurde die polizeiliche Schutzzone schon mehrfach verlängert, jetzt wird auch auf ÖVP-Vorstoß hin eine Videoüberwachung seitens der Polizei geprüft.

Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) versucht einen zusätzlichen Vorstoß: „Wir werden den Kiosk in der Volksgartenstraße neu bespielen“, sagte sie vor Kurzem. Zuletzt war dort ein Automaten-Shop untergebracht, jetzt hat ihn die Stadt dem Friedensbüro übertragen, um dort eine Drehscheibe für Nachbarschaftsaktivitäten zu etablieren. Und jetzt wurde er im Rahmen des Lendwirbel eröffnet.

Mehr Sicherheit im Volksgarten durch Schachspielen und Nachbarschaftsaktivitäten

Das Ziel: Je mehr Leute im Park unterwegs sind, desto sicherer. Also will man Angebote schaffen, die Frequenz erzeugen. Auch außerhalb des Lendwirbel. Die Grundidee für den neuen Kiosk schildert Ursula Hauszer vom Friedensbüro: „In der Idealversion wird es ein möglichst buntes Potpourri an Angeboten geben, das für alle kostenlos zugänglich ist.“ Das kann von einer Kartenspielrunde über einen Kleidertausch-Nachmittag bis hin zu Kaffeetrinken alles sein. „Wobei unsere Rolle die Koordination ist, getragen werden muss das von der Nachbarschaft“, so Hauszer.

Mit der mobilen Sozialarbeit ist das Friedensbüro im Volksgarten schon seit eineinhalb Jahren aktiv, gemeinsam mit Anrainern und anderen Akteuren im Park hat man eine Denkfabrik gegründet, in der die Idee für den Nachbarschaftskiosk entstanden ist. Leute mit Ideen sollen möglichst unkompliziert die Möglichkeit bekommen, dort etwas umzusetzen. „Die Voraussetzung ist, dass es nicht kommerziell sein darf und für alle zugänglich ist“, so Hauszer. Neben Anrainerinnen und Anrainer ist man auch mit der nahen Klex-Schule im Austausch, deren Schülerinnen und Schüler bereits viel Zeit im Park verbringen. Auch städtische Institutionen wie die Gesundheitsdrehscheibe oder unterschiedliche Vereine sollen künftig im Kiosk etwas anbieten.

Selbst will man etwa einen Spieleverleih etablieren, „ein überdimensionales Schachspiel haben wir vom Bezirksrat finanziert bekommen, auch Spikeball und andere Dinge sind möglich. Wir müssen uns aber noch ein gutes Verleihsystem überlegen.“ Mit dem Schach knüpft man an einer alten Idee von Ex-ÖVP-Gemeinderat und heutigem Sportamtsleiter Thomas Rajakovics an, der das schon in den 2010er-Jahren etablieren wollte.