Nach 45 Arbeitsjahren, 20 davon im Wetterkogler-Haus am Hochwechsel, ging Veronika Marx im vergangenen Oktober in den Ruhestand. Auf Social Media bedankt sie sich bei den Gästen und „schließt das letzte Mal die Balken“. Nun übernimmt Sohn Matthias Marx das Ruder auf der Hütte. 1743 Höhenmeter mit einem Panoramablick ist ab 14. Mai, wenn das Wetterkogler-Haus in die Saison startet, sein neuer Lebensmittelpunkt. „Ich freue mich auf die Natur und einen selbstbestimmten Arbeitsplatz“, meint Marx.

Nicht „alles neu“ am Hochwechsel

Der 28-Jährige aus Grafendorf hatte davor schon jahrelang bei der Mutter ausgeholfen. Er weiß also worauf er sich einlässt. „Es ist viel Arbeit und immer dann, wenn die anderen frei haben“, so Marx. Aber abschrecken lässt er sich von den Herausforderungen der Gastronomie nicht. Und auch nicht davon, dass sein Privatleben vielleicht auf der Strecke bleiben könnte, wenn er die ganze Saison am Hochwechsel verbringt. „Wenn dann mache ich das jetzt, weil jetzt bin ich noch jung“, lacht Marx.

Das Wetterkogler-Haus liegt am Gipfel des Hochwechsels auf 1743 Höhenmetern. Sanierungen sind seitens des Eigentümers Alpenverein Gebirgsverein derzeit nicht geplant.
Das Wetterkogler-Haus liegt am Gipfel des Hochwechsels auf 1743 Höhenmetern. Sanierungen sind seitens des Eigentümers Alpenverein Gebirgsverein derzeit nicht geplant. © Privat

Unterstützung erhält er in seinem ersten Sommer als Chef am Wetterkogler-Haus von einer langjährigen Mitarbeiterin, die übernommen wird. Unter der neuen Führung soll aber nicht alles plötzlich ganz neu werden auf der Hütte. „Am Anfang wollen wir viel gleich lassen. Wir haben uns nur auf zwei Bereiche fokussiert, die wir anpassen“, erklärt der 28-Jährige. Konkret handelt es sich dabei um die Speisekarte und wie man künftig Radfahrer empfangen will.

Im Trend: Mit dem E-Bike auf den Berg

„Die Speisekarte wird moderner gestaltet, auch mit vegetarischen und veganen Speisen“, erklärt Marx. Das sei vor allem deswegen notwendig, weil man viele Gäste aus Wien oder anderen städtischen Gebieten habe. „Klassische Berggerichte wie Brettljausen oder Schweinsbraten bleiben natürlich auf der Karte“, stellt der gelernte Kindergärtner aber klar. Gluten- und Laktosefrei sind übrigens ohnehin bereits fast alle Speisen am Wetterkogler-Haus.

Marx will vorerst nur zwei bis drei Punkte ändern am Wetterkogler-Haus
Marx will vorerst nur zwei bis drei Punkte ändern am Wetterkogler-Haus © Vera Hausberger

Was Radfahrer betrifft, ist das E-Bike im Trend, und dementsprechend will man auch Lademöglichkeiten für Gäste anbieten. „Früher war es drinnen zum Laden mit einem Kabel. Jetzt machen wir draußen eine wettergeschützte Ladestation“, erzählt Marx. Ebenfalls neu auf der Hütte: Ein Onlinebuchungssystem, auf dem man vorab kostenlos Zimmer reservieren kann.

Veronika und Matthias Marx. Trotz Ruhestand wird Veronika gelegentlich aushelfen, wenn notwendig
Veronika und Matthias Marx. Trotz Ruhestand wird Veronika gelegentlich aushelfen, wenn notwendig © Privat