Finanzielle Gesundheit ist nicht nur ein Thema für Unternehmen, sondern betrifft uns alle. Das wurde bei der jüngsten Business Stage auf der Eventplattform der Kleinen Zeitung in Klagenfurt deutlich, wo Expert:innen aus Wirtschaft, Banken und Versicherungen über das Thema der finanziellen Gesundheit diskutierten.
Die Highlights der Business Stage zum Nachsehen:
Über Geld muss man sprechen
Oliver Bergauer, Geschäftsleiter der Kleinen Zeitung, eröffnete die Veranstaltung mit einem klaren Ziel: „Wir wollen finanzielles Bewusstsein schaffen, für Familien, für Unternehmen, für die wirtschaftliche Stabilität.“ Ein zentrales Problem sei der alte Glaubenssatz „Über Geld spricht man nicht“. Genau das müsse sich ändern, um finanzielle Stabilität aufzubauen. Im Rahmen der anschließenden Podiumsdiskussion gaben die Teilnehmer:innen Tipps für den Unternehmer-Alltag.
Manfred Wilhelmer, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten, verglich Finanzfitness mit einem Wanderschuh: „Er muss bequem sitzen, Halt geben und vor dem Ausrutschen schützen, gerade wenn es turbulent wird.“ Unternehmen müssten wissen, welche Mittel zur Verfügung stehen, wie sich der Markt entwickelt und welche Risiken drohen.
Für Ferdinand Bucher von der Wiener Städtischen Versicherung ist finanzielle Gesundheit nach der körperlichen und psychischen die wichtigste Basis: „Wer seine Verpflichtungen nicht erfüllen kann, steht schnell vor existenziellen Problemen. Vorsorge ist deshalb unerlässlich.“
Elisabeth Niederer von Jugend am Werk erinnerte daran, dass nicht alle die gleichen Startbedingungen haben. Jugendliche aus bildungsbenachteiligten Familien hätten oft „einen schweren Rucksack“ zu tragen. Ihr Ziel sei es, Strukturen zu schaffen und Perspektiven zu eröffnen, denn finanzielle Bildung müsse früh beginnen.
Siegfried Huber, Vorstandssprecher der Kärntner Sparkasse, betonte, dass 90 Prozent aller Finanzierungen weiterhin über Banken laufen. Über die Privatstiftung der Kärntner Sparkasse würde man bis zu vier Start-ups im Jahr finanzieren, das Potenzial im Land sei hoch.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Risikomanagement. Rainer Greilberger von der UNIQA warnte vor der wachsenden Komplexität: „Unternehmer unterschätzen nicht die Risiken selbst, sondern deren Vernetzung.“ Cyberangriffe oder Lieferkettenprobleme könnten ganze Betriebe lahmlegen.
Prävention lohnt sich
Auch die Gesundheitsvorsorge für Mitarbeiter wurde thematisiert. Greilberger: „Geht es meinen Mitarbeitern gut, geht es auch dem Unternehmen gut.“ Programme wie der UNIQA Mobile HealthCheck sollen Zufriedenheit steigern und Krankenstände senken. Studien zeigen, dass jeder investierte Euro langfristig bis zu vier Euro einbringen kann.
Digitalisierung des Geldes
Neben klassischen Finanzthemen gewinnen digitale Tools immer mehr an Bedeutung. Moderne Apps ermöglichen es, Einnahmen und Ausgaben übersichtlich zu kategorisieren und so den Überblick zu behalten. Die Kombination aus digitaler Unterstützung und persönlicher Beratung wurde von allen Teilnehmer:innen als idealer Weg gesehen. „Der Mensch braucht den Menschen“, betonte Bucher, „aber digitale Lösungen können Prozesse vereinfachen und Berater entlasten.“ Ein weiteres Zukunftsthema ist Nachhaltigkeit. Banken beginnen, ESG-Ratings (Environmental, Social, Governance) in ihre Kreditvergabe einzubeziehen. „Das wird die Finanzwelt langfristig verändern“, erklärte Wilhelmer. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, können dadurch bessere Konditionen erhalten, ein Anreiz, der weit über ökologische Aspekte hinausgeht.
Finanzbildung ist Zukunft
Die Diskussion machte deutlich, dass finanzielle Bildung nicht nur für Unternehmen, sondern für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung ist. Gerade junge Menschen brauchen frühzeitig Wissen über Geld, Sparen und Risiken. Niederer wies darauf hin, wie wichtig verlässliche Strukturen im Bildungssystem sind: „Solche Basiskompetenzen müssen selbstverständlich werden.“ Kooperationen zwischen Schulen, Banken und sozialen Einrichtungen könnten hier entscheidende Impulse setzen. Zum Abschluss appellierten alle Teilnehmenden an mehr Offenheit und aktive Auseinandersetzung mit Geldthemen. „Unternehmen bleiben finanzfit, wenn sie Jugendlichen eine Chance geben“, so Niederer. Greilberger ergänzte: „Wer sich heute seiner Risiken bewusst ist, ist morgen finanzfit.“
Diese Serie erscheint als Medienkooperation der Kleinen Zeitung und wird von den teilnehmenden Unternehmen finanziell unterstützt.